DorishalbAus dem Jahre 1956 stammt das s/w Foto, welches mir als Vorlage für diese Portrait-Zeichnung diente.
Doris, so heißt dieses niedliche, kleine Mädchen mit dem eindrucksvollen Lockenkopf, war damals fünf Jahre alt. Sie trägt ein feines helles Strickkleidchen mit weißem Kragen und Schleife, so wie man es in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu besonderen Gelegenheiten trug.
So eine besondere Gelegenheit war zum Beispiel der Weg zu einem professionellen Fotografen, um ein fachmännisches Foto anfertigen zu lassen. Das machte man nämlich nur recht selten.
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BarbarahalbAuf dem alten, sepiafarbenen Foto, das mir Barbara als Vorlage für dieses Portrait gab, steht das genaue Datum, nämlich der 20.09.1954. Barbara war damals knapp fünf Jahre alt.
Ja, so sahen Mitte des vorigen Jahrhunderts die kleinen Mädchen aus.  Sie trugen niedliche Schleifen oder Spangen im Haar, von der Mutter kunstvoll selbst gestrickte, bunte Norweger-Pullover und dazu hübsche Faltenröckchen und Kniestrümpfe.
Spielsachen waren damals Mangelware. Nur selten wurde etwas Neues gekauft, denn das Geld brauchte eine Familie für ganz andere Dinge.
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RinahalbWer weiß heute noch, was er früher gern einmal werden wollte? Also, ich hatte als Kind mehrere Berufswünsche, von denen mal dieser, mal jener ganz oben in meiner persönlichen Hitliste stand. Ein Dauerbrenner war z.B. „Reiseschriftstellerin“.
Daraufhin schenkten mir meine Eltern zum Geburtstag das Buch „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne und dazu eine dicke Kladde, damit ich schon mal mit dem Schreiben anfangen konnte. Computer gab es nämlich noch nicht. Meinen ersten „Reisebericht“ verfasste ich dann einige Tage später, als wir zu Verwandten in das 80 km entfernte Gelsenkirchen fuhren.
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SandrinehalbManche Kinder mögen nicht lange still sitzen. Auch wenn sie zuerst begeistert sind von der Idee, gezeichnet zu werden, finden sie es schwierig, eine Zeitlang die Position zu halten. Über kurz oder lang möchten sie dann doch lieber wieder etwas anderes tun.
Ich denke dann immer an eine Situation in meiner Kindheit: meine Tante Charlotte, die damals gerne Portraits zeichnete, bat mich einmal, ihr Modell zu sitzen. Sie hatte kein Atelier, sondern malte in ihrer großen, weiß gestrichenen Wohnküche. Ihre Idee war, dass ich mich auf den alten Küchenstuhl setzen und mein Gesicht halb zum geöffneten Fenster drehen sollte.
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PierrehalbAls ich ein Kind war, gab es in unserem Haushalt lange keine Fotokamera. Ich erinnere mich, dass mein Vater bei besonderen Gelegenheiten unseren Nachbarn, der eine Agfa Clack besaß, bat, einige Fotos zu machen. Ich glaube, das war einer von mehreren Gründen, warum ich schon im zarten Alter versuchte, Portraits zu zeichnen. Es gab ein Foto von meiner Cousine, die an ihrem ersten Schultag mit der Zuckertüte im Arm vor dem Schultor steht. Es regnete in Strömen, deshalb hielt meine Tante einen Schirm über sie. Dieses Foto gefiel mir nicht, denn ich sah etwas anderes.
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kulturnachtheftDie „Nacht der Kultur“ in meiner Nachbarstadt Remscheid und die „Jahresausstellung“ unseres Kunstvereins finden immer gleichzeitig statt. Sozusagen.
Denn die „Nacht der Kultur“ dauert, wie der Name schon assoziiert, nur eine Nacht – aber die hat es in sich.
Denn sie kann, und dies sage ich jetzt aus Erfahrung, sehr lang und sehr ereignisreich sein. Oh ja.
Bereits in den letzten vier Jahren hatte ich die große Freude, an der „Nacht der Kultur“ einen Anteil haben zu dürfen. Natürlich nur einen ganz kleinen. Aber immerhin.
Und auch dieses Mal wurde ich von der „Kulturstadt Remscheid e.V.“ eingeladen, wieder dabei zu sein, nämlich als Ausstellerin meiner Bilder „Blues und Jazz“.
In den Geschäftsräumen des Herrn Jannasch in der Fußgängerzone, Alleestr. 60 fand die Veranstaltung „Jazz Is Not Dead – It Just Smells Funny“ incl. Jazzband statt. Dazu passten meine Zeichnungen natürlich perfekt.

Von Beginn an bevölkerten Menschen jeglicher Coleur in stetem Strom und in bester Stimmung den Laden. Sogar ein zottiger, in ein kariertes Regencape gekleideter Hund kam in Begleitung seines ebenfalls Regencape tragendes Frauchens und trottete durchaus interessiert, so schien es mir jedenfalls, an den Bildern vorbei.
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atelier1Die Bergische Morgenpost besucht in den Herbstferien zu dem Thema „Atelierbesuch“aktive Wermelskirchener Künstler. Dabei geht es darum, Einblicke in die kreativen Entstehungsprozesse zu ermöglichen.
Jeden Tag erscheint ein Beitrag, 14 Tage lang. Also sind es 14 Künstler, die ihren Arbeitsplatz zeigen und erzählen, wie bei ihnen ein Bild oder eine Skulptur entsteht. Da die Herangehensweise an ein Werk natürlich bei jedem anders vonstatten geht, ist dies eine spannende Serie der BM. Finde ich jedenfalls.
Am Donnerstag war die Bergische Morgenpost bei mir in meinem „Atelier“. Nun, ein „richtiges“ Atelier habe ich ja leider nicht, weil meine Wohnung zu klein dafür ist. Also zeichne und male ich an meinem einhundertdreissig Jahre alten Kulissentisch, über den ich schon einmal hier berichtet habe.
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