An diesem Spätsommertag ist es in Vaasa/Ostrobothnia so hell, dass ich die Sonnenbrille herauskrame.
Wir schlendern durch die breite Lindenallee, die mitten durch die familiär wirkende Stadt führt und durch deren flirrende Blätter die Sonne flimmert und funkelt.
Die Scheiben blitzen, die Häuser leuchten, ja selbst die Pflastersteine schimmern in diesem unglaublichen Licht, wie man es in dieser Klarheit so nur im hohen Norden finden kann.
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Die Wendeltreppe ist eng, die unregelmäßigen Steinstufen sind ausgetreten und als Handlauf gibt es nur ein dickes Seil.
232 Stufen geht es hinauf zur Aussichtsplattform der St. Olaikirche, die über uns ein beeindruckendes baltisches Wolkentheater in grau, blau und weiß präsentiert.
Wir schauen weit über die Stadt, sehen am Horizont die Fähren, die zwischen Tallinn und Helsinki pendeln und bewundern die mittelalterliche Skyline ringsum.
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Warten … warten darauf, dass sich die Türen zum Saal und zur Veranstaltung öffnen. Man kann nachdenken beim Warten. Man kann die Umgebung auf sich wirken und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Man kann mit seinem Gegenüber reden, mit ihm lachen, sich austauschen und ihm dabei in die Augen sehen. Oder mit ihm ein Bier trinken.
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Es gibt Verbindungen von Ort und Zeit, da fühlt man sich, als wäre man an einem Ort außerhalb von Zeit, so, als wäre man z.B. in „Andersland“, so wie Norwegen einmal genannt wurde.
Dann bleibt es manchmal selbst am hellichten Tag ein wenig fahl und dämmerig, der tiefe, stille Fjord zeigt sich schummerig grau, so dass man sich nicht wundern würde, wenn an der nächsten Ecke Trolle, Elfen oder gar Berggeister auftauchen würden.
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„Komm, wir gehen hinein. Kann ja nicht schaden,“ sagt die resolute Dame, die neben uns in dem kleinen, verschlafenen Bahnhof von Åndalsnes am Isfjord steht und rückt ihren Trekking-Rucksack zurecht. Sie zieht ihren ein wenig widerstrebenden, bärtigen Mann hinüber zu dem alten, knallroten Waggon, der ein paar Schritte abseits steht.
Hier findet man etwas Außergewöhnliches vor.
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Das Morgenlicht ist unglaublich klar und strahlend, der Himmel stahlblau, salzig die Luft und es riecht nach Fisch. Der Fjord glitzert wie ein Spiegel. Wir schauen auf Felsen und Fjell, Meer und Schärengarten, Boote und Schiffe.
Über uns kreischen Möwen. Wir gehen durch einen magischen Moment.
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*
„164 Stufen,“ sagt der junge Mann im Kassenhäuschen und setzt dann hinzu: „Es gibt keinen Aufzug. Wollen Sie trotzdem?“ er schaut erwartungsvoll.
„Klar,“ sage ich.
Denn sollten mich 164 Stufen davon abhalten, bis ganz nach oben auf die Aussichtskanzel des Leuchtturms zu steigen? Natürlich nicht.
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