Atelier


atelier1Die Bergische Morgenpost besucht in den Herbstferien zu dem Thema „Atelierbesuch“aktive Wermelskirchener Künstler. Dabei geht es darum, Einblicke in die kreativen Entstehungsprozesse zu ermöglichen.
Jeden Tag erscheint ein Beitrag, 14 Tage lang. Also sind es 14 Künstler, die ihren Arbeitsplatz zeigen und erzählen, wie bei ihnen ein Bild oder eine Skulptur entsteht. Da die Herangehensweise an ein Werk natürlich bei jedem anders vonstatten geht, ist dies eine spannende Serie der BM. Finde ich jedenfalls.
Am Donnerstag war die Bergische Morgenpost bei mir in meinem „Atelier“. Nun, ein „richtiges“ Atelier habe ich ja leider nicht, weil meine Wohnung zu klein dafür ist. Also zeichne und male ich an meinem einhundertdreissig Jahre alten Kulissentisch, über den ich schon einmal hier berichtet habe.
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Da ich nicht so viel Platz in meiner Wohnung habe, geschweige denn ein weitläufiges Atelier mein eigen nennen darf, entstehen meine Bilder und Portraits an meinem großen, alten Kulissentisch. Gut, er ist nicht mehr der Jüngste, trägt so ungefähr hundertdreißig Jahre auf dem Buckel, bzw. der Tischplatte, aber egal. Jedenfalls ist darauf genug Platz, um  während des Skizzierens, Entwerfens,  Planens und Umsetzens in immer wieder neue, spannende Abenteuer abtauchen zu können und dabei ein kleines Stückchen Paradies zu finden, während sich die Welt draußen weiter dreht. Im Verlauf des teils langsamen Prozesses der Annäherung an das Motiv sitze ich voller Tatendrang auf  einem Armlehnstuhl aus den 20er Jahren.

Manchmal allerdings zeichne ich auch im Stehen, während das Blatt vor mir horizontal auf dem Tisch ausgebreitet ist.  Es kann auch sein, dass ich mich auf den Boden hocke und das Papier eben dort hinlege, so dass ich selbst meine Zeichnung gleichsam aus der Vogelschau sehe.  Auch nicht schlecht.  Warum und weshalb ich das tue, ist müßig zu fragen. Tja, insgesamt ist es, als würde ich in einen fiktiven, gedanklichen Dialog mit diesem Menschen, dessen Portrait gerade entsteht, treten. Manchmal in Begleitung einer Tasse Kaffee oder eines Glases Wein. In diesem zeichnerischen Tun, in diesem, sagen wir mal Zwiegespräch, bin ich ganz bei mir, ich lasse mich leiten vom bildnerischen Prozess, schalte sozusagen meinen Kopf aus. Und dass ich bei einem zu portraitierenden Musiker/Musikerin dazu dann die jeweilige Musik in meinem  Player auf repeat laufen lasse, versteht sich von selbst.

Hier auf dem Foto ist übrigens der fertige Entwurf, die ausgearbeitete Skizze des Portraits von Glen Hansard zu sehen. Wie ich diese detaillierte Vorzeichnung dann in ein Portrait umgesetzt habe, das kann man dann bald hier auch noch lesen ( jetzt aber auch schon oben im Register „Portfolio“ anschauen).