Zeitgenössisches Portrait – inspiriert von dem bedeutenden französischen Maler Emmanuel Lansyer (1835 – 1893)

Im letzten Jahr richtete unsere französische Partnerstadt Loches zusammen mit dem Wermelskirchener Kunstverein eine Ausstellung ihres berühmtesten Sohnes aus.
Emmanuel Lansyer ( 1835 – 1893) heißt der bedeutende französische Maler, von dem eine faszinierende Auswahl seiner Werke in der „Galerie Markt 9“ interessierten Besuchern gezeigt wurde.

Das war natürlich ein Highlight in unserer kleinen Stadt, denn Emmanuel Lansyers Umgang mit der damaligen Bildwelt, die Portraits stilbewusster Menschen und die vibrierenden Oberflächen seiner Landschaften und Seestücke waren ein echter Sehgenuss – und eine Inspiration!

Mit Freude nahmen die Wermelskirchener Künstler dann auch die freundliche Gegeneinladung der Lochois an, durch sie in diesem Jahr die Möglichkeit haben, im wunderschönen historischen Rathaus von Loches ihre Werke zeigen zu dürfen.
„Für die Teilnahme gibt es aber eine Bedingung,“ sagten Marie Louise und Stéphane, die Organisatoren der Ausstellung, „alle Werke müssen in irgendeiner Weise einen Bezug zu Herrn Lansyer haben, dass heißt, dessen Exponate sollen als Denkanstoß, als Idee oder auch als Richtschnur dienen.“

Idealerweise, so überlegte ich mir, wäre dies natürlich eines der eindrucksvollen Portraits, die Herr Lansyer angefertigt hatte.
Wie wäre es zum Beispiel mit dem Plan, eines seiner Bildnisse in die heutige Zeit zu übertragen?
Denn jeder, der mich auch nur ein klitzekleines bisschen kennt, weiß, dass ich mich ganz besonders für dieses Genre begeistere.

Portrait des „José Maria de Hérédia“ von Emmanuel Lansyer

Nach  einigem Überlegen entschied ich mich dann für eines meiner Lieblingswerke von Emmanuel Lansyer.
Ein Gemälde, das den den damals 21-jährigen Schriftsteller und Poeten „José Maria de Hérédia“ zeigt, der aus einer alteingesessenen spanischen Familie auf Kuba stammte und in Frankreich studierte.

Sein nachdenklicher, ernster Blick, direkt auf den Betrachter gerichtet, hat, so finde ich, etwas Hypnotisches. Leger, aber elegant gekleidet und in lässiger Pose, hält er in der rechten Hand ein Buch mit japanischen Drucken.

Also war es für mich keine Frage, dass dieses Portrait für meinen Beitrag zur Ausstellung als Inspiration fungieren sollte.

Mein Model, das aus der heutigen Zeit stammt, ist zwar ein paar Jährchen älter als „José Maria de Hérédia“, aber genau so souverän, cool und authentisch.
Gleicherweise sehr präsent sitzt er auf einem Designerstuhl statt in einem gemütlichen Polstersessel, sein Bart und seine Haare sind grau und nicht schwarz, statt einer lockeren Stoffhose trägt er eine Jeans und hält in der rechten Hand an Stelle eines Buches natürlich ein Smartphone.

Dieses Portrait habe ich handgemalt in der Größe 30 x 40 cm und zwar mit Acryl auf Leinwand.
Ich habe mir überlegt, auch noch einen passenden Rahmen auszusuchen, so dass das Bild insgesamt noch besser in die Ausstellung zu dem Thema „Emmanuel Lansyer in Loches“ passt.