Der erste Schultag Anfang der 60er: Voller Optimismus präsentieren die beiden Jungs ihre „Zuckertüten“ / Zeichnung © Roswitha Geisler

Es gibt Freundschaften, die halten ein Leben lang.
So wie bei diesen beiden Jungs, die sich bereits im Sandkasten beim Burgenbauen kennenlernten und schon richtig dicke Freunde waren, als sie stolz und selbstbewusst an einem sonnigen Tag im April 1962 gemeinsam den ersten Tag zur Schule gingen.
Das alte s/w Foto, welches mir als Vorlage für die Zeichnung von Volker und Michael diente, stammt von diesem aufregenden Tag.
Ganz klar, dass sie für diesen besonderen Anlass hübsch und adrett gekleidet waren, sie trugen kurze Hosen, weiße Kniestrümpfe und blitzblank geputzte Schuhe.
Dazu ordentliche, kleine Sakkos und smarte Kopfbedeckungen – das war bei Volker ein fescher Tirolerhut und bei Michael ein cooles Barett, das man damals auch als „Schiebermütze“ bezeichnete.
Voller Optimismus präsentieren die Beiden ihre nagelneuen Schulranzen aus Leder und die bescheidenen „Zuckertüten“, die in jenen Tagen sehr überschaubar mit ein paar Bonbons, Buntstiften, Söckchen und anderen Kleinigkeiten gefüllt waren.

Und was ist aus den Beiden geworden?
Nun, heute steht man zwei symphatischen gestandenen Herren gegenüber, die mittlerweile die Mitte der Sechzig überschritten haben, ihr Dasein als freundliche und entspannte Pensionäre genießen und sich eine große Schatzkiste voller Erinnerungen teilen.
Immer noch haben sie eine gewisse Affinität zu legeren Kopfbedeckungen, sie mögen Lynyrd Skynyrd, treffen sich regelmäßig zum Mittagessen in ihren Lieblingslokalen und sind sich einig:
Echte Freunde machen das Leben schöner.

Das obige Portrait der beiden Jungs habe ich von Hand gezeichnet. Dafür habe ich einen alten Füller, schwarze, lichtechte Tinte, Farbstifte und einen weißen Pastellstift benutzt. Das Portrait ist ca. 20 x 30 cm groß. Wer möchte, kann zur Großansicht bitte auf das Bild klicken.