SandrinehalbManche Kinder mögen nicht lange still sitzen. Auch wenn sie zuerst begeistert sind von der Idee, gezeichnet zu werden, finden sie es schwierig, eine Zeitlang die Position zu halten. Über kurz oder lang möchten sie dann doch lieber wieder etwas anderes tun.
Ich denke dann immer an eine Situation in meiner Kindheit: meine Tante Charlotte, die damals gerne Portraits zeichnete, bat mich einmal, ihr Modell zu sitzen. Sie hatte kein Atelier, sondern malte in ihrer großen, weiß gestrichenen Wohnküche. Ihre Idee war, dass ich mich auf den alten Küchenstuhl setzen und mein Gesicht halb zum geöffneten Fenster drehen sollte.
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PierrehalbAls ich ein Kind war, gab es in unserem Haushalt lange keine Fotokamera. Ich erinnere mich, dass mein Vater bei besonderen Gelegenheiten unseren Nachbarn, der eine Agfa Clack besaß, bat, einige Fotos zu machen. Ich glaube, das war einer von mehreren Gründen, warum ich schon im zarten Alter versuchte, Portraits zu zeichnen. Es gab ein Foto von meiner Cousine, die an ihrem ersten Schultag mit der Zuckertüte im Arm vor dem Schultor steht. Es regnete in Strömen, deshalb hielt meine Tante einen Schirm über sie. Dieses Foto gefiel mir nicht, denn ich sah etwas anderes.
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ArnettJeder, der mich auch nur ein klitzekleines bisschen kennt, weiß, dass ich liebend gerne Portraits zeichne. Und auch ganz besonders gern Musiker-Portraits. Musikerinnen natürlich auch. Logisch. Warum? Einfach, weil Musiker in den Momenten auf der Bühne einfach sie selbst sind. Völlig authentisch. Viele jedenfalls. Und deshalb faszinieren sie mich immer wieder. Natürlich gibt es auch jede Menge schöner oder auch weniger schöner Kunstfiguren, die sich auf den Bühnen dieser Welt präsentieren und/oder inszenieren. Arnett Cobb gehörte jedenfalls nicht dazu. Störrisch antiglamourös und dabei froh, reif, selbstbewusst und sehr präsent zeigte er eindringlich, wie fantastisch und beseelt ein Saxofon klingen kann/muss.
Dieses Portrait ist handgemalt in der Größe 40 x 50cm und zwar mit Tinte, Farbstiften, Wasserfarben und Pelikan-Deckfarben.
Wer sich gerne weitere Musiker-Portraits anschauen möchte, kann dann mal oben auf den Reiter „Portfolio“ klicken.

Rollingstonesquadrathalb

Die größte Rockband der Welt feiert zur Zeit ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum.  Manch einer fragt sich, ob die „alten Herren“ das noch nötig haben und ob sie nicht endlich kürzer treten sollten.  Doch diese Herren denken gar nicht daran.  Ich erinnere mich noch sehr gut an die erste Single-Schallplatte, die ich mir von Mick, Keith, Brian, Charlie und Bill kaufte – es war „Play With Fire“.  Ihre Platten habe ich im Laufe der Jahrzehnte gefühlte eine Million mal gehört und ich habe zig ihrer Konzerte besucht.  Das alles ist für mich jetzt ein Grund, den Stones zu ihrem Jubiläum eine meiner Zeichnungen zu widmen.

Auf diesem Portrait sind sie jung, sehr jung und wie man sieht, ist hier auch noch der blonde Brian Jones dabei. Das Bild habe ich „Paint It Black“ genannt und es mit schwarzer Tinte und meinem alten Füllfederhalter gezeichnet.  Um die Schatten, z.B. in den Gesichtern und der Kleidung, zu definieren, habe ich die Tinte per Pinsel mit Wasser vermischt.  Der stilisierte Baum im Hintergrund zeigt ein psychedelisches „Blattwerk“.  Dieses soll ebenfalls auf das Lied „Paint it Black“ hindeuten, in dem Brian Jones auf der Sitar spielt.  Nun, mittlerweile sind die Rolling Stones zwar ein bisschen verwittert, aber sie sind immer noch da und wie mir scheint, eisern entschlossen, ihren Stiefel durchzuziehen.  Wie heißt es doch so schön: „It’s only rock ’n’ roll, but I like it.“  Ja, genau so ist es.

Das Bild auf Büttenpapier ist 30 x 30cm groß, bekam ein weißes Passepartout und einen weißen Rahmen.  Copyright R.Geisler.

Janis Joplin war eine der schillerndsten Figuren der Beatnik-Area und Ikone der damals neuen Subkultur der Hippies. Das sage ich jetzt mal ganz objektiv und sachlich.
Einst ein behütetes Wohlstandskind aus einer kleinbürgerlichen Kleinstadt in Texas, lebte sie nach dem Motto »Live Fast, Love Hard, Die Young«. 
Leider erfüllte sich dieser Spruch, denn mit nur 27 Jahren war ihr kurzes, wildes und spannendes Leben bereits zu Ende. 
Wie sagte Eric Burdon einmal?  „Janis starb nicht an einer Überdosis Heroin.  Sie starb an einer Überdosis Janis“. 
Mit dem genialen und einzigartigen Stil ihres weißen Blues ist sie bis heute eine unvergessene Legende.
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Wer meine Arbeiten kennt, der weiß, dass ich mich immer mit einer besonderen Hingabe auf Portraits „stürze“,  weil sie mir einfach am meisten Spaß machen.  Wenn man dann noch einen echten Typen wie James Harman zeichnen kann, ist das einfach nur Spaß pur.  Seit mehr als 40 Jahren nämlich bereichert James Harman als Sänger,  Harmonikavirtuose und Bandleader das Bluesgeschehen.  Stets zeigt er sich musikalisch traditionsbewusst, ohne dabei in Retro-Klischees zu verfallen, und somit gehört er meiner bescheidenen Meinung nach zu den besten weißen Mundharmonikaspielern überhaupt.  Da ich vor einiger Zeit die große Freude und das Vergnügen hatte,  seinen traditionellen Blues,  der wie immer sehr originell und unterhaltsam war,  live zu erleben,  stand James Harman schon seit längerem auf meiner „Portrait-Liste“.

Anfügen möchte ich hier noch, dass ich bei dieser Zeichnung nach einigen Fotos des von mir sehr geschätzten Konzertfotografen Volker Fröhmer gearbeitet habe.  Aber während das Bildnis an sich gut und zügig zu erarbeiten war, kam mir zuerst keine Idee,  wie ich den Hintergrund am besten gestalten könnte.  Er sollte das „Insichversunkene“,  Selbstvergessene und in gewisser Weise „Entrückte“  des Musikers zeigen,  der mit geschlossenen Augen, in der linken Hand die Harmonica, seinen Song vorträgt.  Die Idee kam dann ganz plötzlich  in meinem Büro, als ich während eines Telefonats wie immer auf meiner Schreibtischunterlage herumkritzelte: Blätter, Wellen, Kreise und Kringel entstanden da und ergaben ein tranceartiges Muster.  Mir fiel ein, dass es ein ähnlich ins Auge fallendes, großzügiges Blattmuster auch auf dem Hemd des Herrn Harman zu sehen gibt und somit hatte ich große Lust, analog zu meinen Telefon-Kritzeleien den Hintergrund auszuarbeiten.

Gezeichnet ist dieses Portrait ( zur Großansicht bitte auf das Bild klicken)  mit Pastellstiften, Pastellkreide, Graphitstift und Tinte, dazu habe ich ein zartgraues Passepartout und einen breiten, tiefdunkelblauen Rahmen ausgesucht.

Und wer sich jetzt gern das von mir gezeichnete Portrait eines anderen großartigen Harpspielers anschauen möchte, nämlich das von Charlie Musselwhite, der kann dann mal hier klicken (…klick…)

 

Manche Bands, die rocken die Hütte so, dass ich nur mit Mühe in der Lage bin, sie vor Ort in Skizzen zu erfassen. Dann ist Schnelligkeit das A und O.  Bei diesen Entwürfen konzentriere ich mich dann ganz auf die Umrisse. Details ignoriere ich.  Hogjaw ist so eine Band oder Julian Sas oder, ganz klar, Danny Bryant`s Red Eye Band.

Diesmal habe ich mich dazu entschlossen, bei diesem Bandportrait die Skizzen nicht perfekt auszuarbeiten ( so wie ich das sonst meist tue),  sondern eine bewegte Szene voller Stimmung und Atmosphäre zu zeigen. Das ganze Bild sollte rocken!  „Set ‚em wild, set ‚em free“ sozusagen.  Dazu habe ich dann zu Hause zuerst mit lockerer Hand einen Entwurf mit Kohlestift angelegt und anschließend den Kohlestaub vorsichtig weg gepustet.  Dann begann ich mit einem dicken Pinsel die dunkelsten Schatten anzulegen, z.B. Teile des Hintergrundes, der hier mit schnellen drastischen Strichen und verschiedenen nicht näher konkretisierten Elementen definiert ist.  Dabei muss man immer beachten, woher das Licht kommt! Das ist wichtig!  Hier befindet sich der Scheinwerfer links oben und strahlt hell auf den Rücken des Sängers, der hier die zentrale Person ist,  leuchtet auf den Arm und erzeugt helle Reflexe auf seinen langen Haaren.  Ein weiterer Spot vom Bühnenhimmel taucht Arm und Instrument des Gitarristen in rotes Licht.  Gesicht und Oberkörper bleiben weitgehend im Dunkeln.  Beim Malen überprüfe ich immer wieder die Gesamtwirkung des Bildes, indem ich es woanders hinlege oder es mir aus einer anderen Perspektive anschaue.  Manchmal gehe ich davor hin und her oder platziere es auf dem Boden und schaue es mir aus der „Vogelperspektive“ an.  Falls nötig, werden dann Schatten vertieft oder einzelne Stellen aufgehellt.  Anschließend lasse ich das Bild einen Tag lang trocknen und betrachte es dann noch einmal aus einem gewissen Abstand. Und dann: „Rock it!“

Dieses Bild ist 30 x 40cm groß, bekam ein mattgraues Passepartout und einen metallisch dunklen Rahmen.