Prinzipiell hatte ich schon eine recht gute Vorstellung von dem, was mich erwarten würde, als ich mich auf den Weg zum Hamtorkrug in Neuss machte, einem Musik-Club mitten in der City, der regelmässige Live-Events anbietet. Dass es an diesem Abend etwas gemütlicher zugehen würde, stand aber außer Zweifel, denn da sich am Wochenende bereits schon mal kurz der Sommer blicken ließ, lockte das Wetter viele Menschen eher zu aushäusigen Aktivitäten.

Die Münsteraner Formation „Brute, Force & Ignorance“ ließ sich trotz der geringen Zuschauerzahl aber nicht davon abhalten, sogleich von Beginn an mit dem verdammt großartigen „Same Old Story“ Vollgas zu geben und gut zwei Stunden lang den Fuß nicht vom Gaspedal zu nehmen – auch wenn sich gleich beim dritten Song „Messin`With The Kid“ eine Saite der Gitarre jaulend verabschiedete. Benannt nach einem Titel auf dem „Photo-Finish“ Album von 1979 des leider viel zu früh verstorbenen, legendären Rory Gallagher spielen Marco Menzer (Schlagzeug), Markus Kerkeling (Gitarre/Gesang) und Stefan Lukassen (Bass) seit Januar 2007 zusammen. Eine kernige, die Ohren durchblasende, hochsympathische und liebenswerte Band ist das, die die Songs von Taste und Rory Gallagher unbekümmert, aber beileibe nicht beliebig aufspielt und mich damit jedesmal euphorisiert. (mehr …)

Wo Licht ist, dort ist auch Schatten. Licht und Schatten sind, neben den Formschraffierungen,  die wichtigsten Mittel, um die Körperlichkeit einer Person oder eines Gegenstandes darzustellen. Viel Spannung erhält dieses Porträt aus dem Gegensatz zwischen dem schwarzen Malkarton, der hier die Grundlage bildet und der teils darauf wie leuchtend wirkenden weissen Kreide. Der ganze Raum liegt im Dunkel, das Licht kommt durch ein Fenster vorn rechts. Beleuchtet sind jeweils nur die Bereiche des Gesichtes, die der Lichtquelle zugewandt sind, bei komplexeren Formen ist das jeweils alles, was vorspringt oder sich auswölbt.  Die tiefer liegenden Bereiche hingegen liegen im eigenen Schatten.  Hier in diesem Porträt findet man die hellsten Reflexe  auf dem Wangenknochen, einem Teil der Nase und des Kinns, sowie auf den aufspringenden Locken.  Auch der metallische Glanz der Knöpfe tritt hervor.  Beim Zeichnen muss man hierbei allerdings etwas umdenken, da hier nur die hellen Stellen gezeichnet und mehr oder weniger ausdifferenziert werden und der Rest im Dunkel bleibt.  Man arbeitet also genau anders herum, als man es normalerweise macht.

Demzufolge braucht man auch nur ganz wenig Material, nämlich einen Bogen schwarzen, nicht zu feinen Tonkarton, weisse Kreide und einen weissen Pastellstift. Das ist schon alles. Ein schwarzes Passepartout und ein schwarzer Rahmen machen das Bild perfekt.

Von Rory Gallagher habe ich einige weitere Portraits gezeichnet, anzuschauen z.B. hier ( klick ).

 

Ein guter Freund von mir besitzt einige Pressefotos von Rory Gallagher aus den frühen 70er Jahren. Eines davon inspirierte mich zu diesem Porträt zur Erinnerung an einen unvergessenen, großartigen Musiker. Rory Gallagher streicht hier, langsam, wie mir scheint, über die Saiten seiner berühmten Gitarre, deren Lack abgeblättert und verschrammt ist und die hier wie in einem Fade Out, im zeichnerisch  Diffusen verschwindet. Die stilisierten, zarten Blüten, der flatternde Vogel und die zurückhaltende Farbigkeit unterstreichen eine in sich gekehrte, schwebende, ja, man könnte sagen, einsame Atmosphäre, so dass mir, immer wenn ich dieses Bild anschaue,  Rory Gallagher`s  herzzerreißender Song „Million Miles Away“ in den Sinn kommt. Ich habe bei diesem Porträt nur mit diversen Graphitstiften gearbeitet und habe Licht und Schatten benutzt, um die Körperlichkeit darzustellen. Denn ohne die Kontraste bzw. die Übergänge von Licht zu Schatten würde jede Form flach und eindimensional erscheinen, sie hätte kein Volumen. Die Eigenschatten ergeben sich jeweils durch den Lichteinfall, der auf die Person trifft, sie spielen zusammen mit den hellen beleuchteten Bereichen und den Glanzlichtern. Dadurch erscheinen  bestimmte Bereiche oder Personen plastisch. Für die Farbbereiche in diesem Bild habe ich Aquarellfarben in Braun- und Rosatönen ausgesucht.  Zu diesem ruhigen Porträt passt ein sanft elfenbeinfarbenes Passepartout und ein etwas breiterer, schlichter Rahmen in der Größe 40 x 50 cm in mattem Gold.