Manche Dinge merkt man erst spät. Manch einer mag vielleicht einwenden: Besser spät als nie.  Gewiss, in vielen Fällen ist das wirklich besser, aber nicht immer. In einigen Fällen hat mir das Wissen um den Verlust einer Sache erst richtig das Leben schwer gemacht. Da wäre es besser gewesen, ich hätte den Verlust gar nicht gemerkt. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.  Genug der Floskeln. Ich saß also auf dem Teppich und machte mich an das Verpacken der Bilder für die Ausstellung im UPH in Essen am 18.03.2011. Denn ich hatte die Freude und das große Vergnügen, noch einmal 12 Bilder meiner BLUES-ART in dem Künstlerhaus, Friedrich Ebert Str.18, ausstellen zu dürfen. Ich saß also auf dem Teppich und betrachtete die zurechtgeschnittenen Luftpolsterfolien und die vorsortierten Tragetaschen eingehend und stellte fest: Sie fehlt. Sie ist nicht mehr da. Die große schwarze Tragetasche mit dem aufgedruckten Bild einer quietschgelben Banane, die ich mir mal, ich glaube, im Shop des Museums Ludwig in Köln gekauft habe. Denn Tragetaschen für den Bildertransport sind für mich eine wichtige Sache, kann ich doch dann deren mehrere auf einmal vom Auto zum Ausstellungort bringen. Aber seit wann eigentlich fehlt die schwarze Bananentasche? Hatte ich sie zwischenzeitlich zweckentfremdet? Irgendwo deponiert? Erinnerungstechnisch klaffte da eine große Lücke.  Zum Glück lag in Essen, so ich ja bereits wusste, das passende Parkhaus gleich hinter dem UPH, so dass der Bildertransport ohne große Umstände und/oder Schwierigkeiten vonstatten gehen konnte. Und so lief ich dann mehrmals die paar Schritte mit meinen in Luftpolsterfolie verpackten Portraits in diversen Tragetaschen zum Künstlerhaus und dann die Spiraltreppe im Rhythmus nach oben, hinein in den Raum Nr. 222.  Leider ohne die schwarze Bananentasche. Aber trotzdem richtig gut gelaunt.

Und wer jetzt gerne etwas über das UPH und meine dortige letzte Ausstellung nachlesen möchte, der kann dann mal hier klicken ( klick ).

Ein “Freiraum in einer immer perfekteren Welt”, so lautet das Motto des UPH in Essen und so kann man es auf den Flyern lesen, die dort im einladenden Entree ausliegen.

Es empfängt uns ein im Wortsinn großartiges, liebevoll gestaltetes, so überraschend wie anrührendes und verblüffendes Künstlerdorf, ein schöpferisches Kaleidoskop der Gegend Rhein/Ruhr, jenseits der üblichen Abziehbildchen. Als ich vom Projekt erfuhr, hier, in dem über 4.000 m2 großen Künstlerdorf am Limbecker Platz in Essen ca. 15 Bilder meiner „BLUES-ART” präsentieren zu können, war mir das Freude und Ehre gleichermaßen.

Denn draußen gab es Schauerwetter, Kälte und Nässe und drinnen eine bunte Reihe von Menschen, die sich durch die Räume, die offenen Ateliers und Galerien treiben liessen. Eine einzigartige, entspannte Atmosphäre war das, ja, die Besucher genossen diesen “Melting Pot”, für den die Themen Engagement, Zusammenarbeit und Zupacken an erster Stelle stehen. Ein großes Vergnügen war das für mich, es wurde viel gelacht, bei Gesprächen über Kunst und Blues, über Harmonicaspieler auf Tournee, die musikalische Zukunft von Oli Brown und die Haare von Jimi Hendrix…Sie ahnen es, man hätte evtl.  dabei sein müssen. Der wunderbare Abend endete dann draußen auf der Dachterrasse mit einem Blick ins Lichtermeer der Stadt, das nahtlos überging und sich auflöste im Nachthimmel.

– Und hier kommt dann jetzt noch mein Dank an die Initiatoren, die Helfer und den Fotografen, sowie an Wolfgang, Chris und Rolf für die Musik.

Wer jetzt Lust hat, sich einige Bilder meiner „BLUES-ART“ anzuschauen, der kann dann mal oben auf den Reiter „Portfolio“ klicken.