Stacie Collins & Band sind bis jetzt eine meiner Entdeckungen des Jahres. Wobei das Possessivpronomen da eigentlich nichts verloren hat, denn diese Entdeckung habe ich meinem alten Freund V. zu verdanken, der die drei CD`s der Dame aus Nashville schon seit langem in seinem Regal stehen hat.
Whatever – diese Band bereitet uns also an einem der ersten Frühlingstage auch nach Verschwinden der zaghaften Sonne ein Highlight, nämlich eine knackige Mischung aus Blues- (Boogie) -Rock mit einer Prise Country. Und das wieder mal im „Spirit of 66“ in Verviers.
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Wow, was für ein Knaller!!! Oh ja, die Oli Brown Band hat im „Spirit of 66“  in Verviers ein tolles Konzert auf die Holzdielen gelegt, an das sich viele der Anwesenden, besonders sicherlich auch die vielen jungen und hübschen Mädels in den vordersten Reihen, vielleicht für lange Zeit erinnern werden.
– Das „Spirit of 66“ ist ein legendärer, sagenumwobener Ort, eine Location, die mir schon wunderbare Konzerte beschert hat. Unvergessen die Show der „Nine Below Zero“ vor über vier oder fünf Jahren. Der nicht mehr ganz so junge Gary McAvoy verausgabte sich bis aufs Letzte, stand zwischen den Songs nach Atem ringend in der rechten Ecke und peitschte die Fans in den ersten Reihen regelrecht auf. Großartig!
– Und heute nun Oli Brown, von dem es heißt, dass er der Fackelträger des britischen Blues im 21. Jahrhundert zu werden scheint (oder es schon ist). Im feinen Nadelstreifenzwirn, chicem, schwarzen Hemd und Westernboots aus blauem Eidechsenleder steht er auf den Planken, beginnt mit „I can`t stand The Rain“ und schüttelt seine Locken. Locken? Ja, seine Haare sind nicht mehr so lang und glatt wie gehabt, aber das ändert nichts daran, dass Oli und seine Kumpels, der großartige Drummer Wayne Proctor und der energiegeladene Basser Ronnie Sayer, nur so vor Spielfreude strotzen, dazu bestens aufgelegt sind, toll mit dem famos mitgehenden Publikum kommunizieren und einen großartigen Song nach dem anderen, wie z.B. „Speechless“ oder „Stone Cold“, raushauen. Druckvoll, saftig, ambitioniert, begeisternd. (mehr …)

„Go Music“ ist eine monatliche Konzertreihe, die es seit 15 Jahren (ja, wirklich) gibt und die zumeist in immer den gleichen Clubs in der gleichen Reihenfolge stattfindet. Der Organistor der Reihe, Martin Engelien, übernimmt jedes Mal die Bedienung des Bass`s.  Zusätzlich sind aber immer andere Kollegen dabei, nämlich solche, die zu den interessantesten Musikern der nationalen und internationalen Musikszene zählen. Auch diesmal wurde eine namhafte Besetzung zusammengestellt, die sich sogleich zu Beginn im „WineLive“ in Düsseldorf, einem Bistro mit Weinbar, in einem ausführlichen Instrumental vorstellte:

„Crazy“ Chris Kramer , der 2010 den Deutschen Blues-Award als bester Harp-Spieler erhielt, dazu am Schlagzeug ein  energiegeladener junger Mann aus Stuttgart namens Bene Neuner , sowie an der Gitarre Rocco Wiersch aus Dortmund, dessen musikalische Qualitäten ich schon seit längerem sehr schätze. Da auf der Einladungskarte ein Abend „unplugged“ angekündigt war, erwartete ich ein relativ ruhiges Konzert, bei dem man locker minutenlang vor sich hin träumen kann. Doch es kam etwas anders. (mehr …)

Noch lässt mich mein Vinylplattenregal nicht los. Immer noch nicht. Endlos die Reihen, die Geschichten dazu sowieso. Vieles nehme ich in die Hand, stelle es wieder zurück. Bei einigen Schallplatten kann ich mich nicht einmal mehr daran erinnern, wie sie hierher gekommen sind. Auf anderen stehen Widmungen, Daten, Orte, Texte, die sogleich das Kopfkino der Erinnerungen in Gang setzen. Und dann dieses Album hier, ganz schmal und unscheinbar steht es fast verborgen zwischen den Doppelalben des Buchstaben „B“. Burdon, Eric: When I think of all the good times that I have wasted having good times. Zwischen Gestern und Morgen. Behutsam öffne ich die Hülle, schiebe die Scheibe aus dem Cover. Ich weiß genau, was mich erwartet. Eric Burdon fällt es niemals schwer, mit seinen Songs zu mir vorzudringen, denn sie erinnern mich an das, dass das, was ist, nicht immer da ist. Damals war es der Schweiß, den ich lange nicht mehr auf der Stirn stehen hatte, das Stehen auf der Holzbank mit den Händen in den Taschen, es waren die großen weißen Vögel, die überall saßen und starrten, und das alte Fahrrad, das an die Platane vor P`s Haustür gekettet war. Gestern war es der frühe Nebel über den Bahn-Gleisen, das Krachen eines Containers an der Baustelle gegenüber und die kleinen Dampfer, die ohne Besucher über den Rhein zogen. Heute sind es die Kastanien, die auf die Straße rollen, die Kinder, die lustige Formen auf Bildschirmen herum schieben und im Cafe nebenan ist es die neue Bedienung. 

Ich weiß, dass der Zauber einer wundervollen Erinnerung an eine Band die Dinge oft verklärt und den Konzertbesucher ( z.B. mich) schon oft im voraus in übertriebene Entzückung verfallen lässt, aber der intensive und auf allerhöchstem Niveau präsentierte Soulblues des Tad Robinson und seiner vortrefflichen Band zeigt sich tatsächlich wieder mal schon in der ersten Bühnenminute.

Klasse Tad! Genau so wollen wir dich hören, so gehörst du zu den Besten! Tad Robinsons Stimme kann ich einfach nicht oft genug in meine Ohren lassen – sie ist unglaublich voluminös, warm, voller Soul und sowohl aus der Tiefe bis in die Höhen jeden Besucher und jede Besucherin, die sich auf den Weg zur Manege in Ratingen gemacht haben, überzeugend. Und selbst wenn Tad Robinson mit der Gesangsverstärkung in balladesken Gefilden unterwegs ist, kann man nur noch staunen, mit wie viel Emotionen der Soul mitten in das Herz fahren kann. Und zwar ganz ohne den sonst so oft gern reichlich genommenen klebrigen Zuckerguss. Aber nicht nur Tad Robinson alleine soll hier genannt werden, sondern auch alle seine Mitstreiter verdienen wieder einmal ein extra dickes Lob, denn die Band ( bestehend aus Alex Schultz (Gitarre), Kevin Anker (Keyboard), Steve Gomes (Bass), Robb Stuppka (Schlagzeug)),  spielt kompakt und perfekt wie aus einem Guss. (mehr …)

Danny Bryant - "Blues for Buddy"

Danny Bryant - "Blues for Buddy"

Hoppla, jetzt hat es mich ja fast aus der 1. Reihe geweht und wer mich auch nur ein klitzekleines bisschen kennt, der weiß, dass ich konzertmäßig nicht wirklich leicht zu verwehen bin. Aber ich hatte es schon geahnt. Ja, es musste ja unbedingt ein weiteres Konzert der Danny Bryant`s Red-Eye Band sein, es musste ja unbedingt ein weiteres Mal die Möglichkeit ergriffen werden, von diesem brillanten Powerhouse Trio auf den Boden geblasen zu werden.  Meiner Erinnerung Tribut zollend, habe ich jetzt zum wiederholten Male, und nicht nur ich, sondern auch die (leider nur) knapp 100 Zuschauer im Saal Birgit in Viersen, einen Grund zu reichlicher Freude, und das zeigen wir mit einem tosenden Auftrittsapplaus, mit Johlen, Pfeifen und Trampeln als ein klares akustisches Signal.

Danny Bryant und seine Combo, bestehend aus Drummer Trevor Barr und Basser Ken Bryant, die beide spitzenmäßige Rhythmusarbeit leisten, sind umwerfend laut und gut, manchmal hart und voller Power, das andere Mal unglaublich gefühlvoll und sanft. Das Publikum im Saal ist beseelt, in einigen Songs auch ziemlich textsicher, yesss, das ist hier der ganz große Überschwang auf Zementboden und Bühnenbrettern, eine Hingabe, wie ich sie bei Danny Bryant schon oft erlebt habe. (mehr …)

Larry Miller - „As Blue As It Gets“

Warum ist Larry Miller eigentlich nicht berühmt?
Der Mann ist großartig!
Geht hin und hört!
Entweder auf seiner eigenen Seite oder bei myspace, und dann kauft eines seiner Alben, zum Beispiel „Unfinished Business“, auf dass er berühmt werde und einen Haufen Geld verdiene und weiterhin Musik mache.
Musik zwischen Rory Gallagher, Alvin Lee und Julian Sas, beziehungsweise nicht zwischen, sondern alles gleichzeitig, und dazu auf das trefflichste gewürzt mit eigenen Gitarreneskapaden, also Blues-Rock-Woodstock-Slide-Songmaching oder wie immer man das nennen will, jedenfalls: groß.
Aber jetzt erst mal von Anfang an: (mehr …)

Eammon Mc Cormack - Kindred Spirits

Eammon Mc Cormack - Kindred Spirits

Hui. Das ist dann doch wesentlich rockiger als ich dachte. Ich dachte: okay, ich höre ja nicht immer nur Blues, ich mag ja auch heftige Gitarren, liebe den Rock, in den Neunzigern hörte ich sogar Grunge, ich mag Johnny Winter und ich verehre schon immer Rory Gallagher, den Iren.
Und nun, ebenfalls aus Irland stammend, stehen hier jetzt Eammon Mc Cormack und dazu die deutsche Rhythmusfraktion Marc-Inti Männel am Bass, sowie Tobias Baum an den Drums auf der Bühne des Saal Birgit in Viersen und bieten uns das volle Brett.
Eammon, so lese ich im Vorfeld, tourte zu Beginn der Neunziger mit Koryphäen wie Rory Gallagher, Johnny Winter, Jan Ackerman und Nils Lofgren. 2002 begleitete er  Walter Trout und  Popa Chubby auf deren Tourneen und war Support für ZZ TOP.
Und wer einen Gig, so wie der Herr Mc Cormack, gleich zu Beginn u.a. mit dem mitreißenden B.B. King-Titel „Rock Me Baby“ startet, und dabei lässig durch das Publikum spaziert, hat selbiges mit Sicherheit schon ohne Weiteres auf seiner Seite. (mehr …)

Liebe Lena,

es ist Sonntag Abend und  dunkel im HG,  draußen schläft die Stadt unter einer dicken Schneedecke. Ich höre dir zu.  Du spielst den „Sorella Blues“ für mich, nicht nur einmal, nein, sondern jetzt zum dritten oder vierten Mal.   –  Und darum sage ich jetzt meinen BLOG-Lesern, dass ich es gern hätte, wenn dann alle einmal deinen Clip anschauen würden, und zwar jetzt gleich. Denn du hast da diesen wunderbaren Song, und du trägst ihn wirklich außergewöhnlich vor, so gut gelaunt und energetisch, dabei so locker und cool,  als würdest du das schon länger machen, als du alt sein kannst: ungezwungen, gefühlvoll, lässig. Einfach so.

Damit komme ich dann wieder mal  zu der Erkenntnis, dass es ja doch den meisten irgendwie ab und zu mal so oder so ähnlich geht, every once in a while,  nämlich dass Musik immer wieder Verbindungen schaffen kann und wenn`s nur für einen Blick lang ist, oder für einen Song, oder ein Konzert, oder für einen Abend, egal.

Ich bin glücklich, dich zu kennen…

Deine Rosie

Gregor Hilden und Friends

Gregor Hilden und Friends – Proud Pinto

Oh nein, wir lassen uns nicht täuschen von diesen fünf charmant aussehenden Herren in feschen Oberhemden und lässigen Jacken, die da so ganz ohne Aufhebens die Bühne betreten.
Denn wir wissen, sie haben es  faustdick hinter den Ohren.
Ohja, in der Tat, sie überraschen unsere ebendiese Organe mit einer groovenden, funkigen, jazzigen, Saxophonlastigen Show, wie man sie eben so nur von dieser Band hören kann.
Gregor Hilden, Thomas Hufschmidt am Piano, Sascha Oeing am Bass und Jochen Welle an den Drums und als Gast der gut aussehende Maxim Begum am Tenor Sax…so heißen die Musiker, die uns z.B. mit „Way back Home“ von Larry Carlton ein hochwertiges, variantenreiches Repertoire liefern. (mehr …)