Die Bandura ist eine eine ukrainische Lautenzither, die es seit dem Mittelalter gibt

Als jemand, der realisiert hat, dass es in diesem Jahr mit dem Sommerurlaub nix mehr wird, weiß ich, was mir die freien Tage süßer, das Abhängen schöner und die Lebensfreude größer macht: Live-Musik!
Und darum zaubert mir die lässige, blonde Tonkünstlerin mit dem ungewöhnlichen Instrument, dem sie eine wunderbare, Gänsehaut erzeugende Version von „Nothing Else Matters“ entlockt, sogleich ein seliges Lächeln ins Gesicht.

Und nicht nur mir: zwei stylische Seniorinnen mit Maxi-Sonnenbrillen unterbrechen ihren Plausch, stellen ihre Einkaufstaschen beiseite und beginnen nun, gut gelaunt abwechselnd von links nach rechts zu shaken.
Leute bleiben stehen, hören zu, ein tiefschwarz gewandetes Gothik-Pärchen zückt die Handy-Kamera, ein Rollstuhlfahrer mit grünen Haaren wirft Münzen in den Teller, ein paar Männer mit Bierdosen in den Händen singen lauthals den Refrain mit und ein Kind mit Laserschwert schlägt im Takt durch die Luft.

„Das ist eine Bandura,“ erzählt mir die junge Dame in einer kleinen Pause und lächelt bescheiden, „eine ukrainische Lautenzither. Man spielt also gleichzeitig und beidhändig Laute und Zither. Schon als Kind habe ich damit angefangen, auf ihr zu üben. Ich liebe dieses Instrument. Es ist magisch.“
Ich nicke beeindruckt.

„Könnten Sie bitte auch „Waltzing Mathilda“ spielen?“ fragt eine der beiden Seniorinnen und hüpft wie Mary Poppins, „Denn immer wenn ich dieses Lied höre, ist mein Tag gerettet!“
Da ist sie wieder, die erstaunliche Kraft der Musik.

„Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.“
Gustav Mahler 1860 – 1911

(Zeichnung auf Skizzenpapier mit Füller, Tinte und Buntstiften)