Wenn es lange dauert, kann das Smartphone beim geduldigen Warten helfen

„Immer mit der Ruhe. Wir müssen warten, bis wir an der Reihe sind,“ sagt die stylische Curvy-Mama leicht genervt und beschäftigt sich weiterhin ausgiebig mit ihrem Smartphone.
Nein, einfach war und ist es nicht. Nicht nur für die Kleinen. Auch so manch Erwachsener musste es in den letzten Wochen und Monaten erst lernen.

Das Warten – vor der Post, vor dem Bäcker, vor der Apotheke, der Änderungsschneiderei oder der Stadtverwaltung.
Und obwohl Übung fast den Meister macht, war und ist es immer noch eine Grenzerfahrung für das freundliche Miteinander.

Denn manch einer empfindet das Schlange stehen und Abstand halten als nervtötend und stupide und fühlt sich hinterher wie durch die Mangel gedreht, andere versuchen, es mit einem freundlichen, entspannten Blick gelassen und geduldig zu akzeptieren.
Auch ich versuche das.
Für mich ist das Schöne am Warten, dass ich die Menschen in meiner Reihe so geruhsam betrachten kann:

den Hünen im Streifenhörnchenlook, der nervös von einem Fuß auf den anderen tritt, den coolen Teenie, der gedankenvoll vor sich hin träumt, die bezopfte Radlerin, die sich Sonnencreme auf die Arme streicht, die chic in flieder gekleidete Dolly Parton, die ihren Einkaufszettel studiert und der sonnenbebrillte Senior, dessen graue Wallemähne an Ludwig van Beethoven erinnert.
Sie alle warten und treten dann einzeln, natürlich mit Mund-und Nasenschutz „verziert“, in den Eissalon.
So auch ich.

„Alles kommt zur rechten Zeit, wenn die Menschen lernen würden zu warten.“
Francois Rabelais (1494 – 1553)

(Zeichnung auf Skizzenpapier mit Füller, Tinte und Buntstiften)