Schon seit langem habe ich mich auf unsere Doppel-Ausstellung in der Galerie „SPEKTRUM“ in Leverkusen gefreut. Zusammen mit Anja Yuva hatte ich die große Freude und das Vergnügen, 31 meiner Zeichnungen und Bilder zu dem gemeinsamen Thema „Rhythmus und Bewegung“ präsentieren zu dürfen.
Anja, die ich schon seit ungefähr 12 Jahren kenne, zeigte 32 Acryl-Bilder assoziativ als Bewegung in der Natur, teilweise märchenhaft verspielt, aber auch mit skurrilen Motiven und surrealistischen Ansichten.
Und ich präsentierte, ganz klar, „Szenische Zeichnungen und Malerei aus Blues und Jazz“, die Einblicke in meine Ansichten von mehr oder weniger figürlich dargestellten Charakteren und persönlich visualisierter Musik gewähren.
Wobei mein persönlicher Eindruck immer nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit ist. Keine Frage.

Eine besondere Freude war auch, dass uns Wolfgang Becker von der Ratinger Band „Schwarzbrenner“ (hier klicken) zur Vernissage begleitet hat, um die Besucher musikalisch zu begrüßen und die Ausstellung zu untermalen.
Und diese Freude war deshalb so groß, weil ich Wolfgang Becker seit vielen Jahren sehr schätze und er außerdem ein großartiger Musiker ist. Zweifellos.

Eine einzigartige, entspannte Atmosphäre umhüllte den Abend, die bunte Reihe der Besucher nahm den „Rundgang“ an den Bildern entlang rege in Anspruch, es wurde gefachsimpelt, gelacht, diskutiert und geplaudert.
Sogar ein niedlicher Hund kam in Begleitung seines Herrchens und trottete durchaus interessiert, so schien es mir jedenfalls, an den Werken vorbei.

Frau Rühl, im Vorstand der Galerie tätig, fand herzliche Willkommensworte und führte professionell in die Veranstaltung ein.

Eine quirlige Frau mit blonden Strähnen in ihren dunklen Locken erkundigte sich nach den favorisierten Farben in meinen Zeichnungen, ein graubärtiger Herr im ausgeblichenen Jeanshemd berichtete aus persönlichem Bezug von bestimmten Rockmusikern und dass es für ihn stets darum ginge, sich von Musik und demzufolge auch von Kunstwerken „ansprechen“ zu lassen. Weil nämlich die Emotionen der Menschen komplex und manchmal chaotisch wären. Und weil man innerlich berührt werden möchte.

Ein pensioniertes Ehepaar wollte wissen, wie genau denn diese spezielle Verschraubung des Acryls zu bewerkstelligen wäre, ein ziemlich junger Mann ließ sich erklären, wer denn eigentlich dieser „Steve Morse“ (hier klicken) sei, der auf der Zeichnung mit dem bizarr stachelartigen Hintergrund eine blaue Gitarre hält und jemand erzählte mir, dass die Digitalisierung und die ständige Verfügbarkeit von unendlich vielen Bildern auf unsere Wahrnehmung gewaltige Auswirkungen hätte.
Genau darum sei es interessant, Werke anzuschauen, die gerade nicht nur digital, sondern analog und trotzdem dynamisch sind.

Und einen Blumenstrauß erhielt ich, Rosen mit Rosagrün und grünen Santini – dazu eine Umarmung von der Cousine und von der rotlockigen Konzertbegleiterin aus meiner Jugend, eine Einladung nach Remagen und einen Karton Imkerhonig.
Später haben wir dann mit Prosecco, Frizzante oder ähnlichem angestoßen, auf die Bilder, den erfolgreichen Abend, die tolle Zusammenarbeit und die letzte Dreiviertelstunde.

Und so war dann für mich alles, aber auch wirklich alles, mehr als nur okay, nämlich ganz wunderbar und niemand konnte hören oder sehen, wie der Berg, der tagelang vor mir gestanden hatte, sich leise bröselnd verabschiedete, sich erst in Staub und dann in Luft auflöste.

*
Auch die Presse war war anwesend und hat berichtet…
https://rp-online.de/nrw/staedte/leverkusen/ausstellung-spektrum-in-leverkusen_aid-38751893