…so ist eine der nächsten Ausstellungen, die unser Kunstverein organisiert, benannt.
Der Titel ist hierbei natürlich Programm, denn die Bilder sollen den Besuchern in der Galerie den eventuell noch vorhandenen Winterschlaf vergessen lassen, bunte Frühlingsgefühle präsentieren und vielleicht sogar auch bescheren.
Also überlegte ich hin und her: Was assoziiere ich mit dem Thema „Lenz“ und wie kann ich es auf meine Art umsetzen?
Ganz klassisch dachte ich bei meinen Vorbereitungen an blühende Mandelbäume, Sonnenbäder, Krokusse, Boule, Pistazieneis und Dreiviertelhosen inkl. Wadentatoos.
Aber dann wurde mir bewusst, dass vor meinem geistigen Auge, nämlich sofort als ich die Themenstellung las, die fabelhaften „Comedian Harmonists“ erschienen.

Das waren sechs Jungs, bekanntlich fünf Stimmen und ein Klavier, die Ende der 1920-er Jahre mit ihren auf absoluter Präzision und gleichzeitig wunderbarer Leichtigkeit gebauten Liedern eine immense Beliebtheit erlangten.
Auch heute noch sind ihre Melodien beliebte Klassiker, die z.B. von Max Raabe & dem Palastorchester vorgetragen werden.

In meinem Regal, das u.a. einen umfangreichen Fundus an Songbüchern beherbergt, entdeckte ich ein altes Schlagerheft von 1931 aus dem Ufaton-Verlag mit einer Auswahl an Texten und Noten für Gesang und Klavier.
Oh ja, das passte!

Eine Seite daraus bildet nun den perfekten Hintergrund für meine Zeichnung und sorgt für die passende Atmosphäre, sowie die Verknüpfung zum Thema der kommenden Ausstellung.

Da ich nicht direkt auf die Noten zeichnen wollte, grundierte ich den unteren Teil des Blattes zuerst mit etwas Deckweiß.
Darauf habe ich dann Ari, Erich, Roman, Robert und Harry mit schwarzer Tinte und einem alten Pelikan-Füller gezeichnet und Teile davon mit einem feinen Pinsel und etwas Wasser vermalt.
Mit Graphitstiften habe ich die Schattierungen definiert und zum Schluß habe ich mit einem weißen Pitt-Stift Highlights gesetzt.
Mit einem weißen Holzrahmen wird das Bild dann aufhängefertig.

Denn wie heißt es doch so schön:
„Wenn der Frühling ins Land zieht, wäre es eine Beleidigung der Natur, nicht einzustimmen in ihr Jauchzen.“
John Milton (1608 – 1674)