Wer hat eigentlich erzählt, Grüße per Postkarte wären unnötig, uncool, unliterarisch oder sonst irgendwie entbehrlich und überflüssig? Sind sie ni-hicht!

Klar, Weihnachtsgrüße per Smartpone-Messenger sind schneller geschrieben, man kann sie geschwind kopieren und ratzfatz an seine ganze Kontaktliste senden und außerdem sind sie fixer beim Empfänger.
Das stimmt alles.

Aber ich werde, so wie ich es immer wieder gerne tue, ganz oldschool Weihnachtsgrüße an nette Menschen verschicken.
Auf einer echten Karte, persönlich geschrieben und mit einer richtigen Briefmarke versehen. Echt jetzt.
Als Motiv habe ich für dieses Jahr meine Zeichnung der jungen Joan Baez ausgesucht, die ich in sanften, zurückhaltenden Farben dargestellt habe. Der Hintergrund erinnert an eine Art Spitzendeckchen, so wie sie früher gern angefertigt und auf den festlich gedeckten Weihnachtstisch gelegt wurden.
Eine russische Freundin sagte dazu: „Dieses Bildnis spricht meine russische Seele an – mit ihrer Neigung zur Schwermut und Melancholie.“

Und so werde ich dann eine Weile hier am Tisch sitzen, im Adressbuch blättern und schreiben, nichts anderes tun, nichts tippen, nicht daddeln, nur Musik hören, Zimtsterne essen und dazu einen Becher Tee trinken.
Übrigens, wer gern eine dieser Karten hätte und nicht in meinem Adressbuch steht, kann sich gerne bei mir melden.
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Und hier wäre dann noch ein dazu passender Song von Leonard Cohen (R.I.P.).