Wolfganghalb Bei diesem Portrait des kleinen Wolfgang habe ich lange überlegt, welchen Text ich in die Zeichnung einarbeiten könnte.
Die Leser/innen meines Blogs wissen, dass ich immer wieder gerne Buchstaben, Zahlen, Worte oder Texte als gestal­te­ri­­sches Element in meine Bilder integriere.
Ja, ich weiß, man sagt zwar: „Wozu Worte, wenn man Bilder hat“, und es gibt genügend Illustrierte und Zeitungen, die diesem Grundsatz folgen. Für mich persönlich jedoch sind Schrift und Text ein Bestan­d­­teil meiner Arbeiten. Da für mich dabei oft die Grenze zwischen Bild und Sprache, Visuellem und Verbalem, verschwimmt, bzw. nicht eindeutig ist, kommt der Sprache zumeist eine kommen­tie­rende Funktion zu.

So auch in diesem Portrait. Der Text, mit dem ich das Bildnis von Wolfgang unterstreichen und erweitern möchte, stammt von Johannes Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827) und lautet:
„Der Mensch, wenn er werden soll, was er sein muss, muss als Kind sein und als Kind tun, was ihn als Kind glücklich macht.“

Was macht ein Kind glücklich? Was hatte Wolfgang glücklich gemacht? War es sein rostiger Tretroller, mit dem er das Viertel erkundete, die Kaninchen, die ihren Stall neben dem Weidenbaum hatten, oder war es seine kleine Schwester? War es das Spielen auf dem großen, hellen Speicher, die gelben Sonnenblumenfelder hinter dem Haus oder das Feuerwehrauto aus Holz?

Waren es damals andere Dinge, die Kinder glücklich machten, als heute?

Übrigens:
Auf der Rückseite des sepiafarbenen Fotos, welches mir als Vorlage für das Portrait diente, steht das genaue Datum, mit Bleistift geschrieben: 20.11.1952