LutzhalbJungs in den 1950er Jahren trugen zumeist Lederhosen und karierte Hemden. Stand allerdings etwas Besonderes an, ein Kirchenbesuch etwa, Oma`s Geburtstag oder eine Taufe, dann trugen sie kleine Sakkos, oft sogar mit Krawatte. Die Haare waren stets „ordentlich“ geschnitten.
Lutz ist so ein Kind aus der Mitte des letzten Jahrhunderts.
Sein Foto, dass er mir als Vorlage für dieses Portrait gab, stammt von 1957. Es ist an seinem ersten Schultag aufgenommen.
„Am liebsten,“ so erzählt er, „habe ich damals am Rhein gespielt. Stundenlang konnte ich mich am Ufer aufhalten und die vorbeiziehenden Frachter beobachten. Dabei konnte ich völlig die Zeit vergessen. Sandburgen bauen, Kanäle graben und hölzerne Schiffchen fahren lassen, das war das Größte für mich.“

Aus diesem Grund habe ich als Hintergrund ein Segelboot gezeichnet, das aussieht wie ein selbst gebautes, einfaches Spielzeug.
Auf der linken Seite ist ein alter Abzählreim zu lesen: „Eins zwei drei vier fünf sechs sieben acht neun – Das Schiff fährt über’n Rhein – Das Schiff, das ist zerbrochen – Geh raus, du alter Knochen.“
Und, mag man sich vielleicht fragen, was ist dann später aus Lutz geworden? Hat er einen Beruf gewählt, der mit Schiffen zu tun hat? Steuermann vielleicht, Schiffskoch oder Kapitän? Schiffsmechaniker?
Aber nein. Lutz ist später Bürgermeister geworden.
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Das obige Portrait von Lutz habe ich von Hand gezeichnet. Dafür habe ich einen alten MontBlanc-Füller, schwarze MontBlanc-Tinte, Faber-Farbstifte und einen weißen PITT-Pastellstift benutzt. Das Portrait ist ca. 20 x 20 cm groß. Zur Großansicht bitte auf das Bild klicken.