3029halb
*
Ein Schild an dem Geländer verkündet, dass wir uns in 3.029 m Höhe befinden. Die Sonne scheint auf schneebedeckte Flächen und porzellanweiße Berge.
Ich schiebe mir einen Riegel Schokolade in den Mund und zerkaue ihn langsam, während ich einer Böe nachschaue, die über den kahlen Abhang streicht und den lockeren Schnee aufwirbelt.

„Ein gelungener Tag,“ stellt die Begleiterin fest und kramt ein Stück Bergkäse aus dem Rucksack hervor.
Die Haare wehen ihr ins Gesicht und in den Mund.
„Perfekt,“ sage ich, nachdem ich genügend Schokolade hinuntergeschluckt habe, um wieder reden zu können.
„Ich wollte, das Leben hätte mehr von dieser Sorte zu bieten,“ sagt die Begleiterin,
„genug Bewegung, anregende Gespräche, eine Flasche Bordeaux, ab und zu ein Perspektivwechsel, um nur einiges zu erwähnen, und dann noch dieser Käse.“
Sie leckt sich die Finger ab.
„Wie meinst du das?“
„Was?“
„Wie du das sagst.“
„Wie habe ich es denn gesagt?“
„Ungefähr wie Archimedes in der Badewanne. Es klang, als hättest du etwas begriffen,“ sage ich.
Die Begleiterin schaut mich an: „Es gibt eine ganze Menge, was ich so langsam begreife. Das muss dir doch auch schon aufgefallen sein.“
Ich überlege, gebe aber keinen Kommentar dazu ab.
Stattdessen knülle ich das Schokoladenpapier zu einem Ball zusammen, ziele und verfehle den Abfallkorb neben dem Geländer um schlappe eineinhalb Meter.
*
Kitzrosiehalb