Bergehalb
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Er ist ohne Frage der perfekte Bergführer, oder wie man neuerdings sagt, „Ranger“. Mittelgroß, dichtes graues Haar und säuberlich getrimmter Schnauzer. Seine Augen sind von einem besonders stählernen Blau. Über seine Gesichtshaut zieht sich ein Netz von geplatzten Äderchen, und sein Bauch verrät eine Schwäche für Karreespeck und Gösser Bier.

Seine Kleidung scheint das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung zu sein: die robuste Jacke aus grauem Zeltstoff mit zwei Brusttaschen und Hartholzknöpfen, das am Hals geöffnete Flanellhemd, die hirschlederne Kniebundhose, die Zweistärkenbrille aus Schildpatt und die wahrscheinlich hochbejahrten Bergschuhe.
Er notiert sich unsere Namen in einen abgegriffenen Taschenkalender. Sein Helfer Laurenz ist ein hübscher Bursche, in voller Andreas-Gabalier-Montur, sogar mit Messertasche an der Seite. Wir lassen eine Gruppe Steinschafe an uns vorüberziehen. Dann gehen wir los.
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