Mein neuestes Zeichenprojekt ist das Portrait eines entzückenden kleinen Mädchens namens Adora.  Sie ist stolze drei Jahre alt und liebt es sehr,  in ihrer Kinderküche zu „kochen“.

Wie immer beginne ich mit einer zarten, aber genauen Bleistiftzeichnung.  Hilfreich finde ich es, schon gleich zu Beginn die Licht- und Schattenbereiche abzugrenzen, sowie zu definieren, woher das Licht kommt.  Das ist oft nicht so einfach,  aber dabei hilft eine genaue Beobachtung.  Denn wir nehmen Formen durch das Licht wahr, das auf einen Gegenstand oder eine Person fällt – hier z.B. kommt es von rechts oben.  Wenn wir in einer schwarz-weissen Welt leben würden,  wäre es leichter,  die verschiedenen Tonwerte dieser hellen und dunklen Stellen festzuhalten.  Einer meiner Tricks ist es,  die Augen halb zu schließen,  um die feinen Hell- und Dunkelabstufungen der vielen Farben,  die die Welt hat,  besser definieren zu können.  Durch das Zwinkern werden nämlich die Farben etwas gedämpft,  so dass man sich besser auf die Tonwerte konzentrieren kann. 

Die fertige Zeichnung lasse ich dann ein oder zwei Tage auf mich wirken,  lege sie auf den Tisch,  drehe sie herum,  lehne sie an die Wand oder drapiere sie auf dem Fußboden.  So kann ich am besten beurteilen,  was gegebenenfalls noch mit dem Wischer, Radierer und Stift korrigiert werden soll.  Meist fehlen noch Kontraste, ein paar Lichtstreifen oder etwas Tiefe, um dem Bildnis Persönlichkeit und „Seele“ zu geben.

Ja, Charakter und Personalität, das haben auch schon so kleine Kinder wie Adora. ( Zur Großansicht bitte auf die Bilder klicken..)