Am Nachmittag gehen wir den Strand entlang.  Oberhalb des getrockneten Seetangs, wo der Sand am trockensten ist. „Man will, dass sich alles wiederholt,  dass es genau so werden soll,  wie es einmal war,“  sagt die E., „aber älter zu werden bedeutet,  dass man sich gegen Sentimentalität wappnen muss.“  Wir bleiben stehen und betrachten ein Segelboot, das vor dem Wind nach Norden durch den Sund kreuzt.

„Damals nannten wir uns Rebellen,“ lacht die E., „weißt du noch?  Aber eigentlich waren wir nichts anderes als naive Schafe,  die Gefühl und Vernunft durcheinanderbrachten.  Spät erst habe ich gelernt, dass man Eier zerschlagen muss, wenn man ein Omelett machen will.“ 
Wir müssen beide lachen,  weil es so sehr passt.

„Manche Dinge brauchen Zeit,“ sage ich, „ manche Menschen auch.“

Wir schlendern langsam weiter und ziehen unsere Jacken aus, als die Sonne zu wärmen beginnt. 
„Leben wir nicht alle am Ende doch genau so,  wie wir es wollen?“  frage ich und bücke mich nach einer zweischaligen Muschel.

„Und was war zuerst da, Huhn oder Ei, das Wollen oder das Schönreden?“ meint die E. und zuckt mit den Schultern.

Wir betreten eine Anlegebrücke, an der noch viele Liegeplätze frei sind.  In einem grün gestrichenen Holzboot sitzt ein sehr blasser,  sehr rothaariger Mann und und zieht die Schnur von einer Rolle.  Er nickt freundlich,  während der warme Wind ihm durch den langen roten Bart fährt und sagt etwas in einem Dialekt,  von dem ich nur einen Bruchteil verstehe.