In meinen großen und kleinen Skizzenbüchern sammele ich Eindrücke und Beobachtungen. Ein handliches Skizzenbuch, ca. DIN A5 groß, steckt in der Regel immer in irgendeiner meiner Taschen, so dass ich da hinein alles mögliche zeichnen kann, was mir den Weg kreuzt. Ab und zu skizziere ich auch nur bestimmte Strukturen und Formen oder Ornamente, um mit ihnen vertraut zu werden. Oft schreibe ich dabei meine Gedanken, besondere Farben oder Farbzusammenstellungen, Begebenheiten oder auch Adressen dazu. Und jetzt könnte man mal fragen, ob das überhaupt Sinn macht, dass meine Skizzenbücher mit allem Möglichen vollgekritzelt werden. Könnte man, ich tue es jedoch nicht. Ich kenn nämlich die Antwort. Denn meine Skizzen erzählen Geschichten, obwohl es keine fertigen Bilder sind. Aber sie werden so für mich auch zu Nachschlagewerken, in denen Erinnerungen an bestimmte Begebenheiten konserviert werden und später als Information (z.B. als Hintergrund) in jedes beliebige Portrait fließen können.

Manche Skizzen finde ich später misslungen oder schrecklich. Vielleicht sind sie es auch. Vielleicht immer dann, wenn ich den Sinn oder den künstlerischen Wert suche. Den Sinn vom Ganzen. So überhaupt. Ich weiß ja, dass Kunst, wie auch Schönheit, stets im Auge des Betrachters liegt, und meistens gebe ich mich mit diesem Wissen zufrieden, aber es gibt eben Tage, da will ich es wirklich wissen, da fange ich über meinen Skizzenbüchern an zu grübeln. Wie man hier auf dem Foto sieht, habe ich natürlich nicht nur eines, sondern eine ganze Reihe von Skizzenbüchern und Skizzenblöcken in verschiedenen Größen und Varianten zur Auswahl. Für Pastellskizzen benutze ich z.B. die großen Blöcke, von denen einige sogar verschieden getönte Papiere enthalten. Dagegen haben spiralgebundene Bücher den Vorteil, dass man ohne Probleme die Blätter einzeln heraustrennen und sie z.B. gut an einer Staffelei befestigen kann ( wie hier z.B. die Handzeichnung von Charlie Musselwhite – zur Großansicht bitte auf das Bild klicken). Besonders mag ich aber die Skizzenbücher mit den richtig dicken, festen Einbänden, weil man die unterwegs auch mal auf die Knie legen kann, auch in einem ratternden Zug und wenn kein Tisch oder anderer fester Untergrund vorhanden ist. So wie damals im schottischen Hochland, als ich im Wind auf einem Felsen saß und mit kalten Fingern versuchte, die kleinen weißen Häuser von Oban in ihrer Einsamkeit und Stille zu skizzieren.