Devon Allman & Honeytribe

Devon Allman & Honeytribe

Weil ich mich nicht setzen will auf Konzerten (also wirklich, da weigere ich mich immer noch),  stelle ich mich, wie immer, vor die Bühne. Zweite Reihe diesmal, die erste Reihe ist nämlich schon besetzt, vor mir steht eine Dunkelhaarige im Häkelpullover, daneben ein besorgter Erziehungsberechtigter, der seinem ca. Neunjährigen den Cowboyhut zurechtrückt, ein Trupp fachsimpelnder Grauhaariger in Rockshirts, erwartungsvolle Teenies und einige unverwüstliche Bekannte, die ich immer wieder gerne auf entsprechenden Konzerten antreffe.  Oh ja, der Laustärkepegel ist hoch, als die vier Jungs (einer fehlt) der „Devon Allman & Honeytribe“ auf die Bühne springen und sogleich bollernd mit „Mahalo“ loslegen, so, als hätten sie das Wort „jetlag“ ( sie sind ganz frisch über den großen Teich gekommen) noch nie gehört.  Ich war gespannt auf diese Band, auf Devon Allman, unübersehbar und unverkennbar der Sohn von Gregg Allman, Mitglied der legendären Allman Brothers, der Helden meiner Kinder- und Jugendtage, die auch heute noch immer wieder auf Tour sind. Devon Allman also, Mark Oyarzabal (drums),  Pedro Arevalo (diesmal nicht an der 2. Gitarre, sondern am Bass) und Jack Kirkner (keyboards),   hochgelobt und verglichen mit Gov`t Mule –  ja, sie machen ihre eigene Musik und zwar in stilistischer Vielfalt:
Blues-Boogie-Rock, mal mehr Rock, mal mehr Blues, etwas Calypso, etwas Reggae, ein wenig Southern – und sie präsentieren ihre Songs, eigene und Cover-Versionen ( z.B. „No Woman, no Cry“ ), durchaus locker, unbeschwert, selbstbewusst und spielfreudig.
Allerdings hat mir an diesem Abend die 2. Gitarre gefehlt, obwohl Pedro Arevalo mit ellenlangen Dreadlocks, Sonnenbrille, Mütze und gestreiftem Hippie-Hemd diesmal ganz hervorragend und lässig den Bass bedient.
Zu zwei Zugaben werden die Jungs herbeigeklatscht, Jack Kirkner hat zwischendurch grad mal Zeit, sich an der Bar einen Humpen Bier zu holen und Devon nutzt die Minuten zum Trockenrubbeln seiner blonden Allman-Haare.
Und anschließend kann man sich dann noch in die Schlange stellen, in der nun auch die Zuhörer aus den lärmgeschützteren Gefilden gesichtet werden, um die Cd „Torch“ zu erwerben und sie sich dann natürlich auch gleich signieren lassen.

Nothing To Be Sad About

"Nothing To Be Sad About" - Devon Allman

„Los, geh hin und lass dir auf den Cowboyhut ein Autogramm geben,“ schärft der Erziehungsberechtigte seinem ca. Neunjährigen ein, der brav zum Merchandising-Tisch trottet und stolz verrichteter Dinge wieder zurückkommt.
Ja wirklich, Konzerte heutiger, aktueller Bands empfinde ich regelmäßig als eine sehr erfrischende und anregende Sache, und das sowohl vom musikalischen, als auch von der Mischung und den Reaktionen des Publikums her.