Julian Sas in Viersen

Julian Sas in Viersen

Oh ja, die Hütte brennt! Aber zunächst einmal: ja, es ist alles wahr, was jemals über die sagenhaften Live-Qualitäten von Julian Sas, Tenny Tahamata und Rob Heijne geschrieben wurde. Der fast schon hagere Rob mit seinen muskulösen Armen lächelt während der Schwerstarbeit an den Drums zumeist derart herzlich, dass man schon vom Hingucken gute Laune bekommt. Auch Julian freut sich zusammen mit Tenny ununterbrochen über den schönen Abend. Ja, Grund zur Freude haben die drei reichlich, schon der tosende Auftrittsapplaus der knapp 200 Zuschauer im Saal Birgit in Viersen ist ein klares akustisches Signal der grenzenlosen Begeisterung –  hier wird Musik geliebt, es wird gerockt und jawohl, gleich auch mitgesungen. Das hat etwas vehement Mitreißendes, und natürlich hopse ich ( und nicht nur ich ) schon gleich zum ersten Song Front of Stage. Denn was hier passiert, ist einfach grandios, und es passiert wie eine große Welle, die zwar erwartet ist – denn wer Julian Sas kennt, wartet quasi darauf, dass ihn diese Welle wie aus dem Nichts heraus überrollt und mitnimmt. Und das passiert hier sogleich mit „Resurrection“, wie auf seiner Live CD „Wandering Between Worlds“. Und zwar von Jetzt auf Gleich. Julian Sas ist wahnsinnig, wirklich wahnsinnig, größenwahnsinnig, exaltiert, wunderbar, er spielt, als sei es 1979 oder 1985 oder irgendwann und alles zusammen. Rob ist extrem energetisch und Tenny ist ein cooler Typ, und sie scheinen alle drei glücklich über den Enthusiasmus, der ihnen hier ausnahmslos entgegengebracht wird. Und eigentlich  habe ich selten, nein fast nie, so einen Drummer wie Rob vor Augen gehabt, das stelle ich immer wieder fest, dabei habe ich doch kürzlich erst Denis Palatin von Deborah Coleman spielen gesehen. Der Herr Heijne überzeugt durch Kraft, Präzision und teils unfassbar schnelle Läufe, so dass man sich fragt, wie wild ist das denn? Und, meine Güte, was macht der da, mit dem Schlagwerk? Was für ein Typ…. ! Launig moderiert Julian Sas zwischendurch die Songs an, „The Way it goes“ z. B. oder „This Time my Time“ oder als Highlight, das phantastische „ I take what I want“ zu Ehren Rory Gallaghers.Los geht es, dynamisch, explosiv, sie rocken so durch die Songs durch, diese Herren, durch diese wunderbaren Songs, die mich schon durch einige Sommer und Herbst und Winter begleitet haben, die ich zum ersten Mal gehört hab, während ich  an einem heissen Samstagmorgen auf meinem Balkon gesessen habe, aber daran denk ich in dem Moment nicht, ich bin zu beschäftigt, denn dort oben auf der Bühne gibt es alles, und es will gehüpft werden, und mitgesungen.

Julian Sas und Tenny Tahamata in Viersen

Julian Sas und Tenny Tahamata in Viersen

Einhundertundfünfzig Minuten lang wird abgerockt, was das Zeug hält, dann ist nach zwei Zugaben Schluss, „Thanks again, i’m sure we’ll meet again in the future,“ sagt  Julian und begibt sich mit Rob und Tenny zum Merchandising Stand, um sich mit dem Publikum zu unterhalten, denn man kennt sich ja noch nicht persönlich. Ja, das ist nett von ihm, und überhaupt ist er nett, sogar noch netter als er sowieso schon onstage schien, und während dessen hocken wir am Bühnenrand, denn das letzte Glas will ausgetrunken sein, die letzten Gespräche wollen gesprochen und die nächsten Verabredungen getroffen werden und dann raus aus dem Club und rein ins Auto und ab nach Hause.

Ich muss schon sagen, irgendwie machen Julian Sas, Tenny Tahamata und Rob Heijne alles richtig. Großartig, bitte dringend weiter machen!