Wo Licht ist, dort ist auch Schatten. Licht und Schatten sind, neben den Formschraffierungen,  die wichtigsten Mittel, um die Körperlichkeit einer Person oder eines Gegenstandes darzustellen. Viel Spannung erhält dieses Porträt aus dem Gegensatz zwischen dem schwarzen Malkarton, der hier die Grundlage bildet und der teils darauf wie leuchtend wirkenden weissen Kreide. Der ganze Raum liegt im Dunkel, das Licht kommt durch ein Fenster vorn rechts. Beleuchtet sind jeweils nur die Bereiche des Gesichtes, die der Lichtquelle zugewandt sind, bei komplexeren Formen ist das jeweils alles, was vorspringt oder sich auswölbt.  Die tiefer liegenden Bereiche hingegen liegen im eigenen Schatten.  Hier in diesem Porträt findet man die hellsten Reflexe  auf dem Wangenknochen, einem Teil der Nase und des Kinns, sowie auf den aufspringenden Locken.  Auch der metallische Glanz der Knöpfe tritt hervor.  Beim Zeichnen muss man hierbei allerdings etwas umdenken, da hier nur die hellen Stellen gezeichnet und mehr oder weniger ausdifferenziert werden und der Rest im Dunkel bleibt.  Man arbeitet also genau anders herum, als man es normalerweise macht.

Demzufolge braucht man auch nur ganz wenig Material, nämlich einen Bogen schwarzen, nicht zu feinen Tonkarton, weisse Kreide und einen weissen Pastellstift. Das ist schon alles. Ein schwarzes Passepartout und ein schwarzer Rahmen machen das Bild perfekt.

Von Rory Gallagher habe ich einige weitere Portraits gezeichnet, anzuschauen z.B. hier ( klick ).