Ein guter Freund von mir besitzt einige Pressefotos von Rory Gallagher aus den frühen 70er Jahren. Eines davon inspirierte mich zu diesem Porträt zur Erinnerung an einen unvergessenen, großartigen Musiker. Rory Gallagher streicht hier, langsam, wie mir scheint, über die Saiten seiner berühmten Gitarre, deren Lack abgeblättert und verschrammt ist und die hier wie in einem Fade Out, im zeichnerisch  Diffusen verschwindet. Die stilisierten, zarten Blüten, der flatternde Vogel und die zurückhaltende Farbigkeit unterstreichen eine in sich gekehrte, schwebende, ja, man könnte sagen, einsame Atmosphäre, so dass mir, immer wenn ich dieses Bild anschaue,  Rory Gallagher`s  herzzerreißender Song „Million Miles Away“ in den Sinn kommt. Ich habe bei diesem Porträt nur mit diversen Graphitstiften gearbeitet und habe Licht und Schatten benutzt, um die Körperlichkeit darzustellen. Denn ohne die Kontraste bzw. die Übergänge von Licht zu Schatten würde jede Form flach und eindimensional erscheinen, sie hätte kein Volumen. Die Eigenschatten ergeben sich jeweils durch den Lichteinfall, der auf die Person trifft, sie spielen zusammen mit den hellen beleuchteten Bereichen und den Glanzlichtern. Dadurch erscheinen  bestimmte Bereiche oder Personen plastisch. Für die Farbbereiche in diesem Bild habe ich Aquarellfarben in Braun- und Rosatönen ausgesucht.  Zu diesem ruhigen Porträt passt ein sanft elfenbeinfarbenes Passepartout und ein etwas breiterer, schlichter Rahmen in der Größe 40 x 50 cm in mattem Gold.