Ich laufe die Straße hinunter.  Den Rücken zur untergehenden Sonne gedreht.  Rumtata, da tanzen sie  wieder,  die ungarischen Kostümmädchen.  Die geflochtenen Zöpfe wirbeln den roten Kleidern gleich durch die Lüfte.  Ungarn?  Wie gut.  Wie gut, dass deine großen Musiker das hier nicht hören müssen, wie gut, dass deine großen Dichter das hier nicht sehen müssen.  Ein Kind schreit nach seiner Mutter und kriegt im nächsten Moment eine gelangt.  Breitgrinsende Kerle hängen an Bierbuden,  Hunde werden getragen und ein Radfahrer schlängelt sich durch die Massen.  Unauffällig weiche ich den  Resten dieser großen Feierei aus und dann höre ich plötzlich diesen bestimmten Song,  erfasse diese bestimmte Melodie und augenblicklich wird mir klar, dass der Moment alles ist, was man hat.  Und ich höre den Wind nicht mehr, weil die Mundharmonika so laut ist.  Und ich höre die Autos nicht mehr, weil dieser Mann dort, der mit der Zahnlücke, singt.  Seine Gitarre umarmt.  Und ich höre meine Schritte nicht mehr, nur noch das Herz.  Und die Haare wehen mir verquer und verstrubbelt über mein noch rotes Gesicht und die Umhängetasche sitzt schief und ich bleibe stehen und höre zu.  Höre zu.  Höre…
Nie ist man nah genug dran. Und nie ist man weit genug weg.