Memo Gonzalez - Louisiana Loving Man

Memo Gonzalez - Louisiana Loving Man

Oh ja, die sind aber gut gelaunt! Mit einem lauten „Uuuuuuh“ startet Memo Gonzalez krachend in den ersten Song und zeigt, dass er erneut gewillt ist, die randvoll gefüllte Manege in Ratingen zu rocken. Long Live Blues, Shake and Boogie!! Tex Mex! Rockin`Blues!

Yeah, alles passt, alles ist perfekt. Memo und seine Bluescasters kommen mit ihrer schweißtreibenden Mischung aus Blues, Swing und Rock’n’Roll wie ein Gewitter angedampft, sie sind witzig, überraschend, grimmig, bombastisch und haben wie gehabt auch an diesem Abend wieder absolut unnachahmlichen Unterhaltungswert.

Ganz klar, die „300 Pounds of Texas Dynamite“ von Memo Gonzalez – harp/vocals, die beiden Deutschen Kai Strauss – guitar/vocals und Andreas Bergmeister – drums, sowie der Türke Erkan Özedemir – bass, zündeln mit ihrer begeisternden Ausstrahlung und Performance ins Publikum, und damit haben sie innerhalb weniger Minuten das selbige in der Tasche.  Keine Frage.  Alles scheint den vier Herren bestens von der Hand zu gehen.  Getreu dem Motto: „Immer voller Groove und mitten auf die Zwölf“ gerät die werte Zuhörerschaft schier aus dem Häuschen, denn stets fordert und fördert diese Musik den Bewegungsdrang des Hörers, selbst wenn er sich oben auf der Empore befindet.

Und dann erfüllt der schwergewichtige, ganz in schwarz gekleidete Herr Gonzalez so ziemlich alle meine unausgesprochenen Musikwünsche, er gibt meine liebgewordenen Knallersongs aus seiner CD „Dynomite,“ z.B. „Please come home“ oder „Lonely Boy“, so voller Verve und Leidenschaft zum Besten, wie er auch alle seine anderen Stories, die allesamt Geschichten voller Emotionalität und Überzeugung sind, vorträgt. Mir scheint gar, dass er besonders bei dem gänsehauterzeugenden „Louisiana Loving Man“, ohnehin einer meiner Lieblingssongs, in seinem Element ist.  Er schmachtet und leidet, er kämpft und tobt. Dann wieder singt er mit Enthusiamus und unwiderstehlicher Energie – und so spielt er auch Harmonica.

Sehnsucht, Dringlichkeit, Intelligenz, Anspruch und Schweiss: es ist alles drin in diesem Konzert, in dieser Band, in diesem Abend, in allem. Bei dieser explosiven Stimmungsmucke wollen die Zugaberufe und der frenetische Beifall natürlich nicht verhallen, als die vier Herren schließlich nach mehreren Stunden hinter dem dunkelroten Vorhang verschwinden.

Gitte und Rosie in der Manege Ratingen

Gitte und ich in der Manege Ratingen

Ein gutes, nein, ein sehr gutes Konzert war das, eine ungeübte, weil nicht geplante Umarmung nebst Tänzchen mit Herrn Gonzalez auf der Bühne, haha, ein, zwei CDs im Gedränge, reichlich ausgelassenes Gehopse in der ersten (oder zweiten?) Reihe und schließlich eine Heimfahrt im dichten Schneetreiben am frühen Morgen. Ja, ich war froh über alles, über die Musik und das Leben und seine Absurdität und diesen Abend und über das überraschende Geschenk im geblümten Plastikpapier.

Oh life.

“Keep on bluesz`n.”

„Ah, but I was so much older then, I`m younger than that now.”

„Ah, but I was so much older then, I`m younger than that now.”

Was machen  Frauen wie ich, wenn für sie ein neues Lebensjahr beginnt? Legen sie sich eine neue Frisur zu? Gehen sie shoppen, bis der Arzt kommt? Wohl kaum. Sie malen ein neues Bild, sie richten sich eine neue externe Festplatte ein und sie rennen in Grün durch den Wald wie einst Robin Hood durch den Sherwood Forest.  Jedenfalls bald. In nagelneuen Sport-Schuhen. Und überhaupt kann ich der geschätzten Leserin, dem geschätzten Leser erfreut verkünden: der DVD-Player bleibt die nächsten Abende aus und das Sofa leer.  Denn ich habe keine Zeit, die Welt aus der Konserve zu betrachten. U.a. warten Memo Gonzalez and the Bluescasters auf mich. So wie im letzten Jahr.

Happy Birthday !

Und  mein alter Freund Robert Zimmermann wird mich  mit seinen „Back Pages“  wieder mal daran erinnern, dass das, was war, nicht unbedingt das ist, was ist, oder gar das, was sein wird. Aber diesmal möchte ich, dass sein Song  ganz leise im Fade out verklingt, selbstverständlich in körnigem schwarz-weiss.

„Ah, but I was so much older then, I`m younger than that now.” ( Copyright Bob Dylan 1964 “My Back Pages” )

Also dann: Auf das was war und auf das, was sein wird!

Winter in Wermelskirchen

Winter in Wermelskirchen

Der Schnee schluckt jeden Laut, nur das Knirschen der Schritte nicht und auch nicht das Scheibenkratzen der Autofahrer, die sich auf den Weg zur Arbeit machen.   Wenn man sich diese kälteklirrenden Tage einmal ganz genau ansieht, könnte man das Minus ja eigentlich ignorieren, denn kalt ist kalt, und irgendwann verliert der Mensch das Gespür dafür, ob es nun 10 Grad oder 13 Grad unter Null ist.  Und obendrein gilt: Kälte ist ja eigentlich nur die Abwesenheit von Wärme und somit der eigentliche Urzustand. Ich stelle also meine gestiefelten Füße nebeneinander und schaue mich um: die kleine Stadt ist nicht anders als sonst, nur leerer, nur arktischer, nur klarer.

Aber während ich noch kapuzenbedeckt über die Bürgersteige schlittere und gleichzeitig  versuche, meine treuen Wegbegleiter in Form von ökofellgefütterten Handschuhen überzuziehen, da beginnt mich so eine kleine Idee von Frühling zu wärmen.  Ach ja, ich will mich auch so ein bisschen wie ein Krokus fühlen. Unterm Schnee warten…aber irgendwann dann – ab mit dem Kopf durch die Eisdecke!

Ein paar meiner Zeichenpapiere

Ein paar meiner Zeichenpapiere

….. sieht eigentlich ein Portrait am besten aus? Das wollte ich schon immer wissen und teste deshalb seit Jahren immer wieder neue Papier- und Pappevarianten. Eins vorneweg: eine Antwort darauf habe ich bisher nicht gefunden, es ist meiner Meinung nach schlichtweg Geschmackssache. Dabei bin ich über allem, was ich bisher ausprobiert habe, natürlich froh, dass es so viele Dinge gibt, über die man den Zeichenstift schwingen kann. Aber egal, was ich als Zeichenuntergrund nehme – gar manches Mal löst dieser ein Wechselbad der Gefühle aus. Euphorie wechselt ab mit Frust. Applaus mit Schmährufen. Begeisterung mit Ernüchterung. Unterm Strich aber macht es Spaß, hier mal ausgetretene Pfade zu verlassen, denn schließlich habe ich außer allen Tassen noch jede Menge diesbezügliche Alternativen im Schrank: Hadernpapier, Bütten, Pergament, Pappe, Ingrespapier, Sumi, Leinen, Alfa, Holz, Tapete usw.

Hier ist jetzt mal eine ganz kleine Auswahl dieser Alternativen zu sehen: direkt vorn ein von mir sehr gern und häufig genutzter Block: Hahnemühle Fine Art Skizzenpapier 120 g. Ein hochwertiges, weißes, mittelraues und griffiges Papier, welches kontrastreiche Graphitstriche gewährleistet und auch sehr gut geeignet ist für Kohle, Rötel, Wachs- und Pastellkreiden. Dazu in praktischer DIN A4 Größe, somit überall hin einsteck- und mitnehmbar. Dahinter ein ähnliches Sketch Pad von Schleicher und Schüll, allerdings in 190g. Dies fühlt sich natürlich stabiler und fester an, aber ich kann jetzt nicht sagen, welches ich persönlich lieber nutze. Ich denke mal, das kommt einfach nur auf meine Stimmung an…..

Stevie Ray Vaughan

Stevie Ray Vaughan - Crossfire

Grelles Licht, wie beispielsweise das hier auf der Zeichnung dargestellte Sonnenlicht, setzt Licht- und Schattenbereiche mit harten Kontrasten voneinander ab. Bei Schlagschatten wie auch bei Eigenschatten, gibt es keine weichen Übergänge zwischen hell und dunkel. Ich arbeite bei meinen Zeichnungen gern mit  diesen Effekten, denn sehr oft bestimmt dies die Atmosphäre und die Stimmung des Bildes mit. Der fulminante Ausnahmemusiker Stevie Ray Vaughan, der leider schon 1990 im Alter von 36 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz starb, steht hier an einen Pfosten gelehnt im grellen Licht der Mittagssonne. Der weiße Hut ist nur andeutungsweise in wenigen Farbabstufungen dargestellt, denn das menschliche Auge vervollständigt die nicht vorhandenen Linien ganz von selbst zu dem Objekt „Westernhut“. Die Sonne scheint direkt auf das Gesicht und bildet einen Reflex auf dem Glas der Sonnenbrille. Hierbei ist ein Kentgummiradierer das ideale Werkzeug, um bestimmte Bereiche einer Zeichnung eventuell noch nachträglich in das rechte Licht zu rücken. Sehr gut  finde ich, dass man diesen Radierer beliebig zu einer Spitze formen kann und somit  keine Schwierigkeiten hat, hiermit auch kleinere Details  zu bearbeiten. Beim Tupfen oder auch beim leichten Wischen verschmiert nichts, und die Papieroberfläche wird nicht beschädigt. Das ist perfekt für mich! Klar, dass ich dieses Teil beim Zeichnen immer griffbereit auf dem Tisch liegen habe.

Stevie Ray Vaughan`s Porträt ist eingerahmt von schnell hingekritzelten Textfragmenten, welche aus seinem groovy und doch gefühlvollen Song „Crossfire“ stammen, der auf der CD „In Step“ zu hören ist.

Für die Zeichnung suchte ich 190g dickes, mattes  Hahnemühle Zeichenpapier aus, 40 x 50 cm groß, dazu ein leicht strukturiertes, ganz helles, elfenbeinfarbenes Passepartout und  einen schmalen goldenen Rahmen.

As The Years Go Passing By

As The Years Go Passing By

Tschüss, 2009 ! Ja, du warst ein sehr schönes Jahr, aber doch nicht so ganz das versprochene „super Jahr“, weil du da nämlich einige harte Herausforderungen für mich bereithieltest, denen ich mich stellen musste. Doch, du warst ein gutes Jahr, bunt und vielfältig, du warst eines, das mir die Augen über so manche Dinge öffnete und mir viele schöne ungeahnte Überraschungen und herzbewegende Momente mitbrachte. Und genau die werden es sein, an die ich mich erinnern werde, später.

Hallo, 2010 ! Ich mag dich schon jetzt. Komm her und lass uns Freunde werden. Ich hab auch schon ein paar Vorsätze für dich und mich, nämlich: Vergiss nicht, was dich glücklich macht.  Sei gut zu dir.  Sei gut zu anderen.  Mach die Augen auf.  Hör genauer hin.  Hör genauer in dich hinein.  Lass es zu.  Lass los.  Geh weiter.  Hör nicht auf zu träumen.

Robert Fripp

Robert Fripp

Robert Fripp scheint ein ziemlich introvertierter Mensch zu sein, dazu visionär und kompromisslos. Vielleicht habe ich deshalb violett, aubergine, mauve, blau und amethyst als Farben für sein Porträt gewählt, denn wie sagt man so schön: Violett gilt als Farbe des Geistes, der Phantasie und der Spiritualität

Mit diesen Farben und dem Verzicht auf einen definierten Hintergrund möchte ich diese außergewöhnliche Person durch sich selbst wirken lassen. Denn es ist hier unerheblich, wo sich Robert Fripp befindet, der Betrachter ordnet die Figur automatisch irgendwo ein. Eine Wand, ein Schlagschatten, oder auch nur eine Andeutung davon, stellt hier die Verbindung zwischen dem Objekt und der Umgebung her. So lässt sich auch mit einem  ungegenständlichen Hintergrund Tiefenwirkung erzeugen. Die Szenerie wirkt wie eine Bühne, der Abschluss ist zwar abstrakt, insbesondere auch durch den mit preußischblauer Tinte eilig heruntergekritzelten Songtext, aber er weist der Person ihren Platz zu und gibt der Figur Halt. Zudem verstärkt er die Hell-Dunkel-Kontraste auf dem Bild. Robert Fripp wollte ich gern ruhig und würdevoll, jedoch innovativ darstellen, denn wer ihn kennt, weiß, dass er gern vielschichtige musikalische Atmosphären und eigenwillige Geräuschkollagen kreiert, welche aber leider meist nur ein Insider Publikum erreichen.

Ein hellgraues Passepartout in der Größe 40 x 50 cm und dazu ein schmaler Metallrahmen vervollständigen das Porträt.

Liebe Lena,

es ist Sonntag Abend und  dunkel im HG,  draußen schläft die Stadt unter einer dicken Schneedecke. Ich höre dir zu.  Du spielst den „Sorella Blues“ für mich, nicht nur einmal, nein, sondern jetzt zum dritten oder vierten Mal.   -  Und darum sage ich jetzt meinen BLOG-Lesern, dass ich es gern hätte, wenn dann alle einmal deinen Clip anschauen würden, und zwar jetzt gleich. Denn du hast da diesen wunderbaren Song, und du trägst ihn wirklich außergewöhnlich vor, so gut gelaunt und energetisch, dabei so locker und cool,  als würdest du das schon länger machen, als du alt sein kannst: ungezwungen, gefühlvoll, lässig. Einfach so.

Damit komme ich dann wieder mal  zu der Erkenntnis, dass es ja doch den meisten irgendwie ab und zu mal so oder so ähnlich geht, every once in a while,  nämlich dass Musik immer wieder Verbindungen schaffen kann und wenn`s nur für einen Blick lang ist, oder für einen Song, oder ein Konzert, oder für einen Abend, egal.

Ich bin glücklich, dich zu kennen…

Deine Rosie

Gregor Hilden und Friends

Gregor Hilden und Friends - Proud Pinto

Oh nein, wir lassen uns nicht täuschen von diesen fünf charmant aussehenden Herren in feschen Oberhemden und lässigen Jacken, die da so ganz ohne Aufhebens die Bühne betreten. Denn wir wissen, sie haben es  faustdick hinter den Ohren und, in der Tat, sie überraschen unsere ebendiese Organe mit einer groovenden, funkigen, jazzigen, Saxophonlastigen Show, wie man sie eben so nur von dieser Band hören kann.
Gregor Hilden, Thomas Hufschmidt am Piano, Sascha Oeing am Bass und Jochen Welle an den Drums und als Gast der gut aussehende Maxim Begum am Tenor Sax… ja, so heißen die Musiker, die uns z.B. mit „Way back Home“ von Larry Carlton ein hochwertiges, variantenreiches Repertoire liefern.
Diese mit viel Elan und Raffinesse auftretende, hervorragende Besetzung lädt uns  zur Vorstellung ihrer jüngst erschienenen CD „Blue in Red“ ein und lässt das Publikum swingen und grooven.
Mir gefällt besonders das atmosphärische „Proud Pinto“, ein mir lieb gewordener Song aus der Vergangenheit, im Original von Peter Green, erschienen 1978 auf dessen wunderbar entspannenden Bluesplatte „In The Skies“.
Schöne malerische Gitarrensoli von Gregor Hilden, mal schwebend, mal bodenständig treffen hier auf eine komplexe Rhytmustruppe, der emsig Beifall gezollt wird.

Who Knows Where The Time Goes - Kate Rusby

Who Knows Where The Time Goes - Kate Rusby

Und dann nach dem Konzert gibt es noch ein bisschen nostalgiegeladenes Reden und Philosophieren an der Theke, bei einigen kleinen Gläsern Rotwein oder Bier, es ist genau so wie der Abschluss eines solchen Abends zu sein hat.
So und nicht anders.
Auf der Fahrt nach Hause, eingehüllt in den schön heimeligen Bergischen Herbstwinternebel, singe ich einen meiner Peter Green – Lieblingssongs laut vor mich hin.
Ich glaube es war „Slabo Day“.

[“Need Your Love so Bad” oder “Man of the world” hätten allerdings auch gepasst.]

Porträt Ralf R.

Porträt Ralf R.

Beim realistischen Zeichnen geht es mir in erster Linie darum, ein Motiv oder Porträt in seinen wesentlichen, ganz besonders typischen und interessanten Facetten umzusetzen. Entscheidend sind dabei immer die richtigen Proportionen und Perspektiven, sowie die Bildtiefe. Ich achte auch stets auf natürlich wirkende Oberflächeneffekte und eine relative Detailtreue, denn ich finde, dies sind wesentliche Elemente. Dabei ist realistisch natürlich nicht das Gleiche wie fotorealistisch, nein, denn mein Ziel ist es nicht, eine mit einem Foto zu verwechselnde Zeichnung anzufertigen.   -  Ein schönes Stilmittel beim Porträtzeichnen ist meiner Meinung nach der Kontrast zwischen den relativ genau ausgearbeiteten Partien und den nur skizzenhaft verbleibenden Ausläufern ( so wie hier bei dem Hemd zu sehen ).  -  Für das Porträt von Ralf R. aus Wermelskirchen habe ich mit verschiedenen Bleistiften gearbeitet.  Für die Grundlinien des Kopfes nahm ich zuerst den  Stift HB, dann für die Ausarbeitungen die weicheren Stifte 2B und 4B,  und die dunklen Bereiche habe ich dann mit dem Stift 6B noch weiter verstärkt.  Dabei zeichne ich immer abwechselnd in verschiedenen Bereichen, denn so behalte ich den Überblick über die Verteilung von hell und dunkel und kann immer wieder Ausgleich schaffen.  -  Das Gesicht und das Hemd habe ich dann mit ein wenig Pastellkreide und Buntstiften farbig schraffiert und modelliert, so dass ein freundlich-fröhlicher Eindruck entsteht.

Das Porträt ist 30 x 40 cm groß, hat ein leicht strukturiertes lichtgraues Passepartout und einen schönen, schmalen  Metallrahmen.

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